GFKL Financial Services AG – Brief an die Aktionäre
Essen, 16. November 2005
Liebe Mitgesellschafter, sehr geehrte Damen und Herren,
Mitarbeiter und Management haben im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres die GFKL-Gruppe mit sehr erfreulichen Ergebnissen weiter vorangebracht.
Leasing: Verbreiterung des Produktangebotes, Erweiterung der Märkte
Im Leasing-Geschäft haben wir während der vergangenen Monate in unserem Stammmarkt Deutschland die sechs Kerngeschäftsfelder um den Bereich Landmaschinen erweitert. Die Universal Leasing GmbH in Deutschland adressiert in diesem Markt den wachsenden Bedarf nach einer saisonalen Ratengestaltung, die den Einsatz von Landmaschinen profitabler werden lässt.
In England verzeichnet die von uns in diesem Jahr gegründete Universal Leasing Ltd. einen steigenden Händlerzuspruch, der sich bereits wenige Monate nach Gründung in einem gut gefüllten Auftragsbuch abbildet. Für das Geschäftsjahr 2006 erwarten wir mit 100 Millionen Euro Neugeschäft in England bereits einen Anteil von fast 20 Prozent am gesamten Neugeschäft der Gruppe.
Im Zeichen der Auslandsexpansion steht auch die Ausdehnung unserer niederländischen Tochter Transned Lease B.V. nach Belgien und Luxemburg. Die Transned Lease firmiert seit September als Universal Leasing Benelux B.V. und unterstreicht damit zum einen die Diversifizierung ihrer hohen Nutzfahrzeugkompetenz in andere Produktbereiche und zum anderen die geografische Erweiterung ihres Tätigkeitsfeldes.
Zugleich bereiten wir den Eintritt in neue Märkte im europäischen Ausland vor. Zur Begrenzung des Risikos werden wir diese regionale Erweiterung nur mit unseren bewährten Produkten starten. Unser Blick richtet sich dabei insbesondere auf Spanien und Italien.
Inkasso: qualitativ anspruchsvolle Forderungsbetreuung
Die qualitativ anspruchsvolle Forderungsbetreuung, von der Bewertung und Verwaltung bis zum Einzug und Kauf von Forderungen, prägt die Kompetenz der GFKL-Gruppe im Financial Outsourcing.
Während wir in den Jahren 1998 bis 2003 hauptsächlich Forderungen von Banken und Leasinggesellschaften verwaltet haben, ist in den vergangenen zwei Jahren der Bereich Versicherungen ein weiterer Schwerpunkt geworden. Derzeit werden bereits acht Mandate aus der Assekuranz betreut, wobei insbesondere auf die Sirius Inkasso GmbH hinzuweisen ist, die nach nur 18 Monaten operativer Tätigkeit vor wenigen Wochen die 500.000. Forderung in die treuhänderische Abwicklung übernommen hat.
Im Bereich Banken startete im September planmäßig das sehr umfangreiche Mandat für die fortlaufende Abwicklung notleidender Konsumentenkredite, das wir von einer Großbank im 2. Quartal akquiriert hatten.
Software: ABIT AG
Im Segment Software unterstrich die vor der Verschmelzung mit GFKL stehende Beteiligung ABIT AG im 3. Quartal ihre Stärke im Kerngeschäft Kreditwirtschaft. In diesem Segment bietet das Unternehmen mit ABIT.net eine browserbasierte Produktfamilie, die den vollständigen Kreditprozess unterstützt. Mit seinen Fachlichkeiten ist ABIT.net exakt auf die Bedürfnisse der Kreditwirtschaft im Zeitalter von Basel II zugeschnitten.
Jürgen Baltes, Vorstandsvorsitzender der ABIT AG, ist im laufenden 4. Quartal in den Vorstand der GFKL berufen worden. Herr Baltes ist in der GFKL-Gruppe für das Softwaregeschäft (ABIT AG) sowie das Inkassogeschäft im Non-Banking-Bereich mit den Unternehmen Sirius Inkasso GmbH und Domnowski Debitorenmanagement GmbH verantwortlich. Darüber hinaus hat Herr Baltes in der GFKL AG die Verantwortung für die Stabsbereiche Personal und Kostenmanagement übernommen.
Neugeschäft und Gesamterlöse
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hat GFKL im Geschäftsbereich Leasing das Neugeschäft um 20 Prozent gesteigert und 347,8 Millionen Euro in die Bücher genommen (Q1-Q3/2004: 290 Mio. Euro). Wesentliche Träger dieser Entwicklung waren die Universal Leasing GmbH in Deutschland mit einem Beitrag von 303,9 Millionen Euro (Vj. 281,8 Millionen Euro) sowie die Universal Leasing Benelux B.V. mit 41,8 Millionen Euro.
Die Umsatzerlöse des GFKL-Konzerns belaufen sich für den Berichtszeitraum auf 472,4 Millionen Euro (Vj. 390,3 Millionen Euro). Davon entfallen 48,5 Millionen Euro auf den Bereich Financial Outsourcing, der seine Erlöse gegenüber dem Vorjahr (Vj. 29,2 Millionen Euro) um 66,1 Prozent steigern konnte. Hier zeigt sich zum einen der Effekt aus der Vollkonsolidierung der ABIT AG für den gesamten Berichtszeitraum mit einem Umsatz von 16,3 Millionen Euro; zum anderen sind insbesondere die Proceed Asset Trading GmbH mit einem Anstieg von 9,6 Millionen auf 14,5 Millionen Euro und die Sirius Inkasso GmbH mit einer Umsatzsteigerung von 2,3 Millionen Euro auf 7,4 Millionen Euro Wachstumsträger gewesen.
Ergebnis: Stärkung der wiederkehrenden Erträge
Die GFKL ist in den vergangenen Jahren sowohl umsatzseitig als auch ertragsseitig stark gewachsen. Dabei haben wir immer wieder das operative Ergebnis durch projektbezogene Einmalerträge erheblich steigern können. Für die Stabilität des Unternehmens und die Wertsteigerung unserer Aktien ist neben der absoluten Gewinnentwicklung auch die Struktur der Gewinne von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist die Verdoppelung der wiederkehrenden Erträge von 5 Millionen Euro aus dem Vergleichszeitraum 2004 auf 9,7 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2005 sehr erfreulich.
Betrachtet man die Verteilung der Erträge nach Bereichen, so trägt der Bereich Financial Outsourcing mit einem Ergebnis von Euro 9,1 Millionen (Vj. 12,4 Millionen Euro) zu 44 Prozent und der Bereich Leasing mit 11,6 Millionen Euro (Vj. 5,1 Millionen Euro) zu 56 Prozent zum Konzernergebnis bei.
Das Konzernergebnis vor Steuern setzt sich aus den Ergebnissen der Bereiche, den Holdingaufwendungen und dem Ergebnis aus Beteiligungen zusammen. Es erhöhte sich gegenüber den ersten neun Monaten 2004 von 14,1 Millionen Euro auf jetzt 15,4 Millionen Euro.
Zu Beginn des Jahres haben wir eine sehr deutliche Kapitalerhöhung durchgeführt, um die geplante Umsatz- und Ertragsausweitung der nächsten Jahre auch auf der Eigenkapitalseite zu begleiten. Da Kapitalerhöhungen nicht stetig durchgeführt werden können, sondern in relativ großen Abständen, ergibt sich in dem Jahr einer Kapitalerhöhung immer eine besondere Herausforderung für die Eigenkapitalrendite. Bei einer gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent gestiegenen Eigenkapitalausstattung verminderte sich demzufolge trotz Gewinnsteigerung die Eigenkapitalrendite zum 30. September 2005 von 21,5 Prozent auf 15,9 Prozent nach Steuern.
Ausblick auf den Jahresabschluss
Der Jahresabschluss liegt bereits in Sichtweite. Die bisherigen neun Monate des Geschäftsjahres haben uns in unseren Prognosen bestätigt. Wir erwarten auch im 4. Quartal eine insgesamt positive Entwicklung der GFKL und sind zuversichtlich, Ihnen mit dem Jahresabschluss 2005 ein Erreichen unserer ambitionierten Ziele berichten zu können.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Peter Jänsch
GFKL Financial Services AG
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