Ausgewählte erläuternde Anhangangaben zum 31. März 2008 (nach IFRS)
I. IFRS-Regelungen/Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze/Rechnungslegung
Der vorliegende Zwischenabschluss zum 31. März 2008 des GFKL-Konzerns wurde wie der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 in Übereinstimmung mit den Vorschriften des International Accounting Standards Boards aufgestellt. Diese Vorschriften umfassen die IAS/IFRS sowie die SIC/IFRIC, wie sie in der EU anzuwenden sind.
Die Regelungen des IAS 34 zur Zwischenberichterstattung wurden dementsprechend angewandt. Vereinfachungen hat der Konzern lediglich im Hinblick auf den Umfang der Berichterstattung im Anhang in Anspruch genommen. Die ausgewählten erläuternden Angaben enthalten im Zwischenbericht hauptsächlich Erläuterungen wesentlicher Ereignisse und Veränderungen, die für ein Verständnis der Änderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens seit dem vergangenen Abschlussstichtag signifikant sind. Zu ausführlichen Erläuterungen der im Vergleich zum 31. Dezember 2007 unverändert angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden verweisen wir auf den Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2007.
Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses des GFKL-Konzerns wurden für alle einbezogenen Tochterunternehmen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze angewandt.
Die Betragsangaben erfolgen grundsätzlich in Tausend EUR (T€), sofern nichts Abweichendes vermerkt ist. Rundungen werden nicht vorgenommen (Anhangangaben und Anlagen). Im Anhang wurden den Werten per 31. März 2008 die Vergleichszahlen per 31. März 2007 gegenübergestellt.
Ermessensausübungen und Hauptquellen von Schätzunsicherheiten
Latente Steuern werden für die Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden und den Wertansätzen im Konzernabschluss gebildet. Im Zwischenabschluss erfolgt die Steuerermittlung vereinfachend mit dem zum Jahresende erwarteten durchschnittlichen Steuersatz, welcher auf das Periodenergebnis angewandt wird. Weitere Vereinfachungen wurden nicht angewandt.
II. Angaben zu ausgewählten Positionen
1. Factoringforderungen
Die Zunahme der Forderungen aus Factoring ist neben der Ausweitung der Geschäftstätigkeit der 2006 gegründeten Universal Factoring GmbH im Wesentlichen auf den Erwerb der Corfisa Financial Services S.A. im Jahr 2007 zurückzuführen.
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Zunahme der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – im Vergleich zum Vorjahr – ist neben dem Zugang aus Unternehmenserwerben auf die Aufnahme von langfristigen Krediten durch die GFKL Financial Services AG in ihrer Funktion als Holding geprägt. Die Kreditaufnahme der ersten drei Monate in Höhe von 25 Mio. € resultiert aus der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens, das variabel auf Basis des Euribor verzinst ist.
3. Derivate / Devisentermingeschäft
Um Änderungen des Wechselkurses zwischen US-Dollar und Euro aufgrund unterschiedlicher Zeitpunkte zwischen Abschluss des Geschäftes durch die ADA – Das SystemHaus GmbH bzw. ADA Financial Services GmbH & Co. KG und den korrespondierenden Zahlungen zu eliminieren, wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 10,5 Mio. € mit einer Bandbreite von 1,4492 €/$ und 1,4624 €/$ abgeschlossen. Bei den Devisentermingeschäften wird prospektiv von einer effektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen, sodass die Derivate als Cashflow Hedge gemäß IAS 39 bilanziert werden.
4. Eigenkapital
In den ersten drei Monaten wurden 9.274 Aktien im Rahmen des Barabfindungsangebotes von der Gesellschaft zum Ausgabekurs von 13,93 € je Aktie zurückgekauft und in die Position „Eigene Anteile“ in das Konzerneigenkapital eingestellt.
Am 20. August 2007 hatten GFKL und die Wiese Consulting GmbH einen Optionsvertrag über den Erwerb sämtlicher Gesellschaftsanteile an der GENEVA-ID GmbH durch GFKL geschlossen. Mit Wirkung zum 31. Januar 2008 wurden nun die übrigen Anteile der GENEVA-ID GmbH (25%) zu einem Kaufpreis in Höhe von 3.000 T€ durch GFKL erworben. Der den Marktwert dieser Option zum 31. Dezember 2007 (2.750 T€) übersteigende Betrag in Höhe von 250 T€ wurde im Rahmen des sukzessiven Anteilserwerbes der Kapitalrücklage entnommen, da GFKL bereits über beherrschenden Einfluss bei GENEVA-ID verfügte.
Zur Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dieses Abschlusses (Anlage Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung).
5. Haftungsverhältnisse
Die Höhe der Eventualverbindlichkeiten hat sich seit dem 31. Dezember 2007 von insgesamt 1,2 Mio. € auf 1,7 Mio. € zum 31. März 2008 erhöht.
6. Mitarbeiter
Die Entwicklung des Personals nach Vollzeitstellen ergibt sich – nach Geschäftsbereichen gegliedert – aus nachfolgender Übersicht:
| 31.03.2008 | 31.03.2007 | |
| Kredit | 441 | 386 |
| Inkasso | 1.002 | 633 |
| Software | 296 | 202 |
| Systeme | 879 | 897 |
| Stabsbereiche und Sonstige | 110 | 97 |
| Mitarbeiter | 2.728 | 2.215 |
| Mitarbeiter im Druchschnitt | 2.703 | 2.173 |
Der Anstieg der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist in wesentlichem Umfang auf die erfolgten Akquisitionen zurückzuführen.
7. Ergebnis aus Wechselkursänderungen
Zum 31. März 2008 hat sich ein Ergebnis aus Wechselkursänderungen in Höhe von 8 T€ ergeben. Darüber hinaus ergeben sich Effekte aus Wechselkursänderungen, die ergebnisneutral im Eigenkapitel erfasst werden, hierzu wird auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen (Anlage Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung). Zum Zwecke der Absicherung von Wechselkursrisiken aus Transaktionen der ADA – Das SystemHaus GmbH bzw. der ADA Financial Services GmbH & Co. KG in US-Dollar wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen.
III. Angaben zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag
Mit Kaufvertrag vom 18. April 2008 hat GFKL 100% der Anteile an der Locam S.p.A. mit Sitz in Rom erworben. Die erworbene Gesellschaft ist auf die Bearbeitung notleidender unbesicherter Konsumentenkredite spezialisiert. Es wird beabsichtigt, das Geschäft auch auf besicherte Immobilienkredite auszudehnen. Das vorläufig bewertete Eigenkapital der Gesellschaft zum Erwerbszeitpunkt beträgt 0,4 Mio. €. Hieraus ergibt sich ein vorläufiger Firmenwert in Höhe von 0,0 Mio. €. Die bewerteten Vermögenswerte und Schulden betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Rückstellungen. Die Marktbewertung der Forderungen basiert auf einem Discounted-Cashflow-Verfahren, bei Rückstellungen auf der bestmöglichen Schätzung des abfließenden Betrages.
IV. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Im Aufsichtsrat hat Herr Dr. Daniel von Borries sein Amt zum 31. Januar 2008 aus persönlichen Gründen niedergelegt. An seiner Stelle wurde Herr Dr. Eckehard Schulz am 13. März 2008 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrates bestellt.
Darüber hinaus haben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen ereignet.
Essen, 6. Mai 2008
Dr. Peter Jänsch Jürgen Baltes Dr. Till Ergenzinger Dr. Tom Haverkamp
