3-Monats-Bericht 2008 / Aktionärsbrief

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Dr. Peter Jänsch, Vorstandsvorsitzender
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Aktionärsbrief zum ersten Quartal 2008


Sehr geehrte Mitaktionäre, liebe Leser,

seit März zählt die GFKL-Gruppe mit ihrem Geschäftsbereich Inkasso zu den drei am besten bewerteten Forderungsspezialisten Europas: Die Rating-Agentur Standard & Poor’s stuft unsere Kompetenz in der Übernahme, Verwaltung und Betreuung offener Forderungen als „Strong, Outlook Stable“ ein. Dies entspricht der höchstmöglichen Kategorie in der 18-stufigen Bewertungsskala. Schon zuvor lagen wir „Above Average“, über dem Durchschnitt. Jetzt haben wir noch einmal zugelegt und die Spitze erobert.

Sie wissen: Meist ist es schwieriger, eine Führung zu verteidigen, als sie zu erreichen. Aber wir sind gut gerüstet. Die Heraufstufung vom zweithöchsten auf das höchste Rating bestätigt, dass wir dauerhaft in der Lage sind, ein sehr hohes Qualitätsniveau zu halten.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat die GFKL-Gruppe eine Reihe bedeutender Inkassomandate akquiriert. Dazu zählt zum Beispiel die Erweiterung eines bestehenden Servicing-Auftrages für gekündigte, gewerbliche Immobilienkredite um ein zusätzliches Volumen von knapp 170 Mio. €. Hervorzuheben ist auch der Abschluss eines weiteren umfassenden Outourcing-Mandates zur Betreuung ausstehender Prämienzahlungen in der Assekuranz. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit einem der führenden deutschen Versicherungskonzerne wird unsere Tochtergesellschaft Sirius Inkasso in Köln eine Niederlassung aufbauen. Darüber hinaus haben wir im Segment kurzfristiger Forderungen aus Handel, Handwerk und Industrie einen namhaften deutschen Discounter als Kunden für unsere Inkassodienstleistungen gewonnen.

Aus der genannten Entwicklung resultierte im ersten Quartal ein deutlicher Umsatzanstieg im Inkassosegment um 39% von 23,1 Mio. € auf 32,2 Mio. €. Der Ergebnisbeitrag vor Steuern reduzierte sich dabei von 7,1 Mio. € auf 6,2 Mio. €. Die EBT-Marge liegt allerdings noch immer bei einem exzellenten Wert von 19%. Den Rückgang des Ergebnisses in diesem Geschäftsfeld werten wir als temporären Effekt, üblicherweise gibt es immer Schwankungen auf Quartalssicht. Auf Ganzjahresbasis werden wir ein sehr gutes Ergebnis ausweisen. Das Portfolio der von uns betreuten Forderungen belief sich zum 31. März 2008 auf 12,1 Mrd. €.

Im Leasingsegment nahm in den ersten drei Monaten die Bedeutung unserer ausländischen Aktivitäten weiter zu. Rund 42% steuerten die Gesellschaften aus den Niederlanden, England und Spanien zum Neugeschäft bei. Das Volumen der neuen Vertragsabschlüsse in der GFKL-Gruppe insgesamt stieg gegenüber dem Vorjahresquartal erfreulich um 25% auf 222,7 Mio. € (Vj. 178,2 Mio. €). Die Margen standen im deutschen Markt nach wie vor unter Druck. Wir konnten jedoch die Profitabilität unserer ausländischen Gesellschaften weiter erhöhen. In Summe legte der Ergebnisbeitrag vor Steuern unseres Leasingsegments deshalb sogar um 21% auf 4,6 Mio. € (Vj. 3,8 Mio. €) zu.

Die Technologiesparten von GFKL, die Bereiche Software und Systeme, entwickelten sich im ersten Quartal sehr unterschiedlich. Das Softwaresegment überzeugte mit einem Umsatzanstieg von 4,8 Mio. € auf 8,3 Mio. € und einem signifikant höheren Vorsteuerergebnis von 2,0 Mio. € (Vj. 0,4 Mio. €). Die Nachfrage nach unseren prozessorientierten Softwarelösungen für Kredit-, Versicherungs- und Forderungsmanagement ist ungebrochen rege.

Im Systembereich verzeichneten wir dagegen eine Enttäuschung: Bei einem leichten Umsatzrückgang auf 32,4 Mio. € (Vj. 33,4 Mio. €) verminderte sich das Ergebnis vor Steuern erheblich von 1,0 Mio. € auf einen Fehlbetrag von -2,1 Mio. €. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der Umstellung eines Rahmenvertrages mit einem Großkunden, aus der ein Margenrückgang resultiert. Zum anderen gingen aufgrund von Projektverschiebungen bei unseren Kunden die Umsätze im margenstarken Dienstleistungsbereich zurück. Der daraus fehlende Ergebnisbeitrag sollte sich aber im Jahresverlauf – also nur etwas verspätet – einstellen. Darüber hinaus führte die Vorbereitung auf einen umfassenden EDV-Systemwechsel in der ADA zu erheblich erhöhten Kosten. Die Einführung des neuen SAP-basierten ERP-Systems planen wir für das Ende des ersten Halbjahres. Für das Gesamtjahr rechnen wir daher keinesfalls mit einer Vervierfachung des Verlustes aus dem ersten Quartal, sondern gehen mit Blick auf das zweite Halbjahr aus heutiger Sicht davon aus, dass sich die Umsatz- und Ertragssituation im Geschäftsbereich Systeme insgesamt deutlich verbessern wird und wir in Summe in den folgenden drei Quartalen keine weiteren Verluste schreiben werden.

Insgesamt baute die GFKL-Gruppe ihren Umsatz in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum um 19% von 255,5 Mio. € auf 303,4 Mio. € aus. Das Ergebnis vor Steuern des Konzerns verminderte sich aus den oben genannten Gründen auf 6,8 Mio. € (Vj. 7,2 Mio. €). Der Konzernüberschuss lag aufgrund von Steuereffekten bei 3,4 Mio. €, nach 4,3 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 20%. Die höhere Steuerbelastung ist im Wesentlichen durch den Verlust der Tochtergesellschaft ADA zu erklären. Da wir diesen Verlust nicht direkt mit anderen Gewinnen in der Unternehmensgruppe verrechnen können und keine aktiven latenten Steuern gebildet haben, ist die Bemessungsgrundlage für die Steuern um rund 2 Mio. € höher als das konsolidierte Konzernergebnis. Es bleibt uns die Option, dies im Jahresverlauf – je nach Ergebnisentwicklung der ADA – nachzuholen oder wegen einer positiveren Geschäftsentwicklung ganz darauf zu verzichten. Das im Geschäftsbericht 2007 formulierte Ziel der kontinuierlichen Margensteigerung bei einem gleichzeitig deutlichen Umsatzplus von rund 20% bleibt unangetastet.

Im ersten Quartal fanden nicht nur die Produkte und Dienstleistungen der GFKL-Gruppe Beachtung im Markt: Einmal mehr verliehen die Zeitschrift „Junge Karriere“ und das Research-Institut CRF International Corporate unserem Unternehmen das Gütesiegel „Top Arbeitgeber“ – bereits zum dritten Mal in Folge. Besonders hohe Noten erhielten wir in den Kategorien „Entwicklungsmöglichkeiten“ und „Jobsicherheit“. Das zeigt: Von der erfreulichen Geschäftsentwicklung und Innovationskraft unserer Unternehmensgruppe profitieren nicht nur unsere Kunden und – über die erstmalig vorgesehene Ausschüttung einer Dividende – unsere Aktionäre, sondern vor allem auch unsere Mitarbeiter. Denn sie schaffen die Voraussetzung für ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr.

Mit herzlichen Grüßen
Dr. Peter Jänsch

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