Geschäftsbericht 2007 / Service / Börsenlexikon

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Börsenlexikon

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Abandon
Abandon wird der Verzicht auf Leistungen (bzw. auch Gegenstände) gegen oder ohne Entgelt genannt, damit hierdurch eine Entbindung von (Zahlungs-) Verpflichtungen erfolgen kann.
Abfindung
Eine AG, welche eine andere AG eingliedert, d.h. sie zu mindestens 95% übernimmt, ist zur Zahlung einer Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der übernommenen AG verpflichtet. Möglichkeiten der Abwicklung sind eine Barabfindung oder ein Aktientausch, wobei die Aktionäre Aktien der übernehmenden AG erhalten.
Abgabeneigung
Es handelt sich um eine Börsentendenz, die auf rückläufige Kurse hindeutet. Hierbei überwiegen die Verkäufe.
Abgabesatz
Es handelt sich um den Zinssatz, zu welchem von der Deutschen Bundesbank kurzfristige Wertpapiere ("Geldmarktpapiere") von bundeseigenen Unternehmen oder vom Bund selbst angeboten werden. Die Höhe dieses Zinssatzes spiegelt mehr als andere Kriterien die allgemeinen kreditpolitischen Zielsetzungen der Bundesbank wider.
Abgeld
Das Abgeld ist bei Neuemissionen der Abschlag, um welchen der Ausgabepreis unter dem entsprechenden Normpreis, meist unter dem Nennwert liegt. Beim Optionsscheinhandel ist dies der in Prozent genannte Betrag, um welchen der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein billiger ist, als ein direkter Kauf der Aktie. Im Gegensatz hierzu steht das Aufgeld/Prämie.
Abnahmepflicht
Der Verkäufer einer Option (Stillhalter) hat bei einer Kaufoption (Call) die Pflicht zur Lieferung, wenn der Käufer der Option dies verlangt. Bei einer Verkaufsoption muss der Verkäufer dieses Puts die vom Käufer angebotene Leistung abnehmen. Der Käufer einer Option ist dagegen frei in seiner Entscheidung, ob er die Option ausübt.
Abrechnungsverkehr
Der Abrechnungsverkehr wird auch als Clearing bezeichnet und meint die Verrechnung von Verbindlichkeiten und Forderungen im Wertpapiergeschäft der Banken untereinander durch hierfür zuständige Institutionen.
Abschlag vom Börsenkurs
Ein Abschlag ist die geringere Bewertung bei Börsenkursen, wenn bestimmte Tatbestände Veranlassung zu Kursrückgängen geben. So vor allem die Abtrennung fälliger Dividendenscheine (Dividendenabschlag), der Fortfall des Bezugrechts (Bezugrechtabschlag), die Ausgabe von Berichtigungsaktien (Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln), bei Ausschüttung einer Liquidationsrate, als Zinsabschlag. Als Abschlag wird auch die Spanne, um die ein Kurs oder Preis hinter dem Nominalbetrag zurückbleibt (Disagio)bezeichnet.
Abschlagsdividende
Während die Abschlagsdividende im Ausland üblich ist, ist sie eine in der Bundesrepublik unzulässige Vorauszahlung auf die Jahresabschluss-Dividende, z.B. als Halbjahres-Dividende.
Abschlussprüfer
Ein Abschlussprüfer prüft den Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften im Sinne von §267 Abs. 1 HGB. Dabei achtet der Prüfer besonders auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und ergänzende Bestimmungen der Satzung. Außerdem wird der Lagebericht auf die Übereinstimmung mit dem Jahresabschluss geprüft. Zudem wird geprüft, ob die Vorstellungen von der Lage der AG richtig sind. Schließlich stellt der Abschlussprüfer ein Testat (Abschlusstestat) aus.
absichern
Durch den Kauf bzw. Verkauf von Derivaten (Futures, Optionen, Swaps) können bestehende Wertpapier- oder Devisenpositionen gegen negative Kursentwicklungen durch die Übernahme eines zweiten, kompensatorischen Risikos abgesichert werden.
Absicherungsgeschäft
Bei einem Absicherungsgeschäft handelt es sich um ein Termingeschäft, welches zum Schutz gegen eventuelle Verluste durch Preisänderungen im Waren-, Devisen- oder Wertpapierverkehr abgeschlossen wird.
Abstemplung
Wesentliche Angaben auf einem Wertpapier (wie z.B. Veränderung des Zinssatzes bei einer Anleihe oder Änderung des Nennwertes einer Aktie) werden durch eine Abstemplung geändert. Diese kann maschinell oder handschriftlich eingetragen werden.
Abwertung
Maßnahme zur Stabilisierung eines Währungskurses durch die Notenbank. Dies erfolgt durch eine Senkung der Leitzinsen, was zu einer Erhöhung der sich im Umlauf befindenden Geldmenge führt. Eine Abwertung bewirkt einen geringeren Außenwert der Währung (Kaufkraftparität), wodurch Exporte günstiger und Importe teurer werden.
Abzinsungsfaktor
Der Abzinsungsfaktor wird auch als Diskontierungsfaktor bezeichnet. Mit dem Abzinsungsfaktor wird aus einem Endkapital der Barwert ermittelt.
Abzinsungspapier
Wertpapier, dessen Erwerbspreis sich durch Abzinsung des später zurückzuzahlenden Nominalbetrags auf den Kaufzeitpunkt ergibt. Erst am Ende der Laufzeit werden die Zinsen (und Zinseszinsen) zusammen mit der Tilgung ausgezahlt. Typische Abzinsungspapiere sind Zerobonds, Finanzierungsschätze und unverzinsliche Schatzanweisungen usw.
Actuals
Actuals bezeichnen Finanztitel, auf deren Basis Finanzterminkontrakte gehandelt werden.
Ad-hoc
Kursbeeinflußende Unternehmensmeldungen werden von Aktiengesellschaften im Rahmen von Ad-hoc Meldungen gemäß § 15 des Wertpapierhandels-Gesetzes (WpHG) publiziert. Der Emittent von Wertpapieren, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, muss unverzüglich eine Neuigkeit veröffentlichen, wenn sie sich auf die Vermögens- und Finanzlage auswirkt und geeignet ist, die Börsenpreise der Wertpapiere erheblich zu beeinflussen. Für den Inhalt der Meldungen ist das jeweilige Unternehmen verantwortlich. Ad-hoc Meldungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten.
Ad-hoc-Mitteilung
Es handelt sich um eine Meldung seitens des Unternehmens, die alle Aktionäre gleichzeitig erreichen soll. Börsennnotierte Unternehmen sind nach §15 WpHG verpflichtet, Unternehmensnachrichten, die den Aktienkurs potenziell erheblich beeinflussen können, unverzüglich zu veröffentlichen.
Additional Margin
Die Additional Margin deckt die zusätzlich anfallenden potenziellen Glattstellungskosten, die bei der ungünstigsten möglichen Preisentwicklung (Worst-Case-Loss) innerhalb der nächsten 24 Stunden anfallen könnten. Die Margin (Prämien- und Additionalmargin) ist vom Kontraktinhaber an das zentrale Clearinghaus zu zahlen.
Adjustierung
Führt eine AG einen Aktiensplit oder eine Kapitalerhöhung durch, müssen die für die Charttechnik relevanten historischen Kursdaten adjustiert, d.h. neu berechnet werden.
AEX
Aktienindex der Börse in Amsterdam
Agio
Das Agio wird auch als Aufgeld bezeichnet. Es meint die Differenz zwischen dem Nennwert und einem höheren Kurs oder Rückzahlungspreis. Außerdem spricht man von einem Agio, wenn ein Wertpapier über seinem rechnerischen Wert gehandelt wird, beispielsweise bei überparitätischer Bezugsrechtsnotiz u.ä. Bei der Emission von Schuldverschreibungen ist ein Agio selten, dagegen wird häufig ein unter Pari liegender Ausgabepreis (Disagio) gewählt. Aktien dürfen nicht zu einem Preis unter ihrem Nennwert ausgegeben werden (§ 9 AktG), vielmehr ist ein Aufgeld durchaus üblich. Das bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlage erzielte Agio ist in die gesetzliche Rücklage einzustellen (§ 150 AktG).
Akkumulation
Akkumulation bedeutet Anhäufung oder Ansammlung. Akkumuliert man verschiedene Werte, so wird die Summe dieser Werte gebildet.
Akquisition
Akquisition meint den Kauf eines Unternehmens oder Teile davon, um die strategische Ausrichtung und/oder den Ressourceneinsatz bestimmen oder kontrollieren zu können. Das Management des zu akquirierenden Unternehmens ist mit einem Verkauf des Unternehmens einverstanden. Ist der Verkauf nicht freiwillig, so spricht man von einem Takeover.
Aktie
Eine Aktie wird auch als Share oder Anteilsschein bezeichnet. Aktien sind Anteilsrechte an einer Aktiengesellschaft. Sie zerlegen das Grundkapital der Aktiengesellschaft in kleinere Anteile und verbriefen die Teilhaberechte an ihr. Die Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital, den Gewinnausschüttungen, Kapitalaufstockungen aus Gesellschaftsmitteln und am Liquidationserlös. Der Kurs der Aktie selbst wird jeweils im Börsenhandel neu gebildet.
Aktien-Futures
Hiermit sind Futures auf einzelne Aktien gemeint. In der Vergangenheit wurden die Aktienoptionen den Aktien-Futures vorgezogen. Allerdings gewinnen die Aktien-Futures zunehmend an Beliebtheit. Viele Terminbörsen führen den Handel mit diesem Instrument in steigendem Maße ein.
Aktien-Zertifikat
Das klassische Aktien-Zertifikat ermöglicht die Investition in Underlyings, die an deutschen Börsen nicht oder nur schlecht gehandelt werden können. Der Preis des Zertifikats entspricht dem Preis des Underlyings unter Berücksichtigung einer eventuellen Ratio und der Währungsumrechnung.
Aktienanalyse
Die Aktienanalyse kann prinzipiell auf zwei Arten erfolgen: Bei der Fundamentalanalyse wird eine Aktiengesellschaft aufgrund von Kennzahlen bewertet. Wichtigste Größen sind hierbei die Profitabilität (Erträge), die Finanzkraft (Cash-Flow / Zinsaufwendungen etc.), Kurs-Gewinn-Verhältnis (siehe KGV), Wachstumschancen und konjunkturelle sowie fiskalpolitische Rahmenbedingungen. Mit diesen Informationen wird versucht, die Geschäftstätigkeit und deren Rentabilität zu prognostizieren und daraus Chancen auf Kursgewinne abzuleiten. Bei der technischen Analyse treten Unternehmenskennzahlen in den Hintergrund. Die sogenannten Chartisten orientieren sich an der graphischen Darstellung von historischen Kursverläufen und leiten aufgrund von Indikatoren und charttypischen Formationen Aussagen über mögliche Kursentwicklungen für die Zukunft ab.
Aktienanleihe
Aktienanleihen sind mit einem hohen Zinssatz (Kupon) ausgestattete Anleihen, deren Kursentwicklung an den Preis eines Underlyings gekoppelt ist. Der Anleger erhält für jeden Tag, den er die Aktienanleihe besitzt, Zinsen auf ihren Nominal-Betrag. Die Zahlung der Zinsen ist unabhängig vom Kurs der Anleihe. Zum Laufzeitende kann der Emittent abhängig vom Preis des Underlyings entweder: - ein der Ratio entsprechende Anzahl Aktien des Underlyings liefern, falls der Preis des Underlyings unter der Strike-Barriere liegt - den Nominal-Betrag auszahlen Bei starken Kursverlusten des Underlyings geht der Anleger also das Risiko ein, nicht den vollen Nominal-Betrag zurückzuerhalten. Falls die Anleihe mit einem Knock-In ausgestattet ist, wird das Recht des Emittenten eingeschränkt: Die Lieferung von Aktien ist ihm nur erlaubt, wenn der Preis des Underlyings mindestens einmal die Knock-In Schwelle unterschritten hat. Bei "Plus Pro" Aktienanleihen muss dieses Knock-In innerhalb des letzten Monats vor Laufzeitende erreicht werden, sonst erfolgt eine Rückzahlung zum Nominalwert.
Aktienbuch
Im Aktienbuch werden die emittierten Namensaktien und Zwischenscheine unter Angabe des Inhabers nach Namen, Wohnsitz und Beruf eingetragen.
Aktienfonds
Aktienfonds bezeichnen die von einer Investment- oder Kapitalanlage-Gesellschaft verwalteten Vermögen. Zumeist wird in diesem Investmentfonds das Kapital schwerpunktmäßig in Aktien angelegt.
Aktienformen
Es werden diverse Aktienformen unterschieden, wie z.B. Inhaberaktien, Namensaktien, Belegschaftsaktien, Stammaktien und Vorzugsaktien.
Aktiengesellschaft (AG)
Die Aktiengesellschaft ist eine Unternehmensform, die im Aktiengesetz ihre besondere rechtliche Regelung erfährt. Ihr Grundkapital, das sich auf einen Mindestnennbetrag von 50.000.- Euro (§ 7 AktG) belaufen muss, ist in einzelne Aktien aufgeteilt. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft findet sich in allen westlichen Industriestaaten, wenn auch einzelne Regelungen rechtlich modifiziert sind. Sie ist die typische Form der Kapitalgesellschaft. Durch sie wurden die finanziellen Leistungen zum Aufbau großer Industrie- und Handelsunternehmen ermöglicht. Die großen Publikumsgesellschaften verkörpern den Prototyp der Aktiengesellschaft. Eine Vielzahl von Aktionären ist mit oft kleinen und kleinsten Beträgen an einer AG beteiligt. Die Haftung beschränkt sich jeweils auf die Höhe des Aktienanteils, wodurch das Wesen der Aktiengesellschaft gekennzeichnet wird (§ 1 AktG). Die Organe der Aktiengesellschaft sind Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Geleitet wird sie vom Vorstand, der durch den Aufsichtsrat bestellt wird, während letzterer von der Hauptversammlung, der Versammlung der Aktionäre, zu wählen ist. Beteiligungen an Aktiengesellschaften gehören zu den bevorzugten Formen der modernen Geldanlage; der Vorteil für den Aktionär liegt darin, dass er bei börsennotierten Aktiengesellschaften jederzeit die Aktie unter Einschaltung eines Kreditinstitutes an der Börse verkaufen kann.
Aktiengesetz (AktG)
Das Aktiengsetz (vom 06.09.1965) ist die juristische Grundlage für Aktiengesellschaften. Es enthält im wesentlichen Regelungen zu folgenden Punkten: - Gründung der Gesellschaft - Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und der Gesellschafter - Verfassung der AG - Satzungsänderungen - Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung - Auflösung der Gesellschaft - KGaA - Verbundene Unternehmen - Vermögensübertragung
Aktienindex
Ein Aktienindex ist eine Kennzahl für die Kursentwicklung des Aktienmarktes insgesamt und/oder einzelner Aktiengruppen (z.B. DAX 30). Aktienindizes sollen den Kapitalanlegern eine Orientierungshilfe für die Tendenz am Aktienmarkt bieten. Ein Index errechnet sich aus einer gewogenen Messzahl für die durchschnittliche Entwicklung der Aktiengesellschaften, die im jeweiligen Index enthalten sind. Aktienindizes gibt es als Kursindex und als Performance-Index.
Aktienindex-Future
Hiermit ist ein ein Future auf einen bestimmten Aktienindex gemeint. So kann beispielsweise an der Deutschen Terminbörse ein Future auf den DAX gekauft bzw. verkauft werden. Somit erhält der Anleger die Möglichkeit, entweder bestehende Positionen auf Zeit abzusichern oder sich spekulativ zu engagieren.
Aktienkapital
Hiermit ist das Grundkapital einer einer Aktiengesellschaft gemeint. Dabei wird die Beteiligung des Aktionärs am Grundkapital als Nennwert der von ihm gekauften Aktie bezeichnet.
Aktienkurs
Der Aktienkurs meint den Preis, zu welchem eine Aktie an der Börse gehandelt wird (sowohl Kauf, als auch Verkauf). Während der Börsenöffnungszeit wird dieser Kurs nach Angebot/Nachfrage von den Skontroführern festgestellt.
Aktienoption
Diese verleiht ihrem besitzer das Recht, eine bestimmte Anzahl Aktien zu einem vorher festgelegten Preis innnerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Optionen werden an der Eurex, der früheren Deutschen Terminbörse, gehandelt.
Aktienpaket
Hierbei handelt es sich um die Menge von Aktien, die sich im Besitz einer einzelnen Person oder eines anderen Unternehmens befindet.
Aktienrückkauf
Unter bestimmten Umständen können Aktiengesellschaften eigene Aktien zurückkaufen. Der Aktienrückkauf bedarf einer Genehmigung seitens der Aktionäre auf der Hauptversammlung. In Deutschland darf ein Unternehmen maximal zehn Prozent der eigenen Aktien zurück kaufen. Die Gründe für den Aktienrückkauf können unterschiedlicher Art sein: Zum Beispiel kann so überflüssiges Eigenkapital an die Aktionäre zurück gegeben werden. Des weiteren kann mit dem Aktienrückkauf auch der Aktienkurs stabilisiert werden.
Aktiensplit
Bei einem Aktiensplit wird der aktuelle Aktienbestand eines Unternehmens in eine höhere Anzahl Aktien aufgeteilt. Dadurch werden Aktien mit hohem Kursniveau optisch günstiger. Für den Aktionär ändert sich an seinem Anteil an der AG nichts, da er lediglich eine höhere Anzahl von Aktien als vor dem Split erhält.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Allgemeine Geschäftsbedingungen werden die Bestimmungen genannt, die das Geschäftsverhältnis zwischen Kunden und Firmen (Kreditinstituten etc.) regeln. Diese sind bindend, auch wenn sie zumeist nicht ausdrücklich zur Kenntnis genommen werden. Abweichungen sind nach Zustimmung möglich, sollten allerdings schriftlich festgelegt werden.
am Geld
Eine Option wird als "am Geld" bezeichnet, wenn ihr Basispreis (vereinbarter Preis des Basiswerts bei Fälligkeit des Optionsscheins) mit dem Kursniveau des Basiswertes identisch ist. Bei einer Kaufoption auf den US-Dollar mit einer Basis von 1,23 Euro ist die Option am Geld, wenn der US-Dollar mit 1,23 Euro notiert wird. In einem solchen Fall besitzt der Optionsschein keinen inneren Wert.
American Depository Receipts (ADR)
Hierbei handelt es sich um "Hinterlegungsscheine für Aktien", welche an Stelle der eigentlichen Aktien gehandelt werden.
Amtliche Notierung
Die Amtliche Notierung meint die Kursnotierung der zum Amtlichen Handel zugelassenen Wertpapieren. Um zum Amtlichen Handel zugelassen zu werden, müssen die Wertpapiere bestimmte Bedingungen erfüllen, wie z.B. die Veröffentlichung eines Prospekts und der jährlichen Bilanz. Die Kursfestsetzung erfolgt während der Börsenzeit durch die sog. Skontroführer und wird im Amtlichen Kursblatt der Börse bzw. auch in der Tagespresse und anderen Medien veröffentlicht.
Amtlicher Handel
Der umfangreichste an den deutschen Börsen durchgeführte Handel in Wertpapieren, die nach einem festgelegten, strengen Verfahren zu diesem Handel zugelassen sind. Insbesondere unterliegen solche Unternehmen, deren Aktien in diesen Handel eingeführt werden sollen, einer strengen Publikationspflicht. Für die Kursfestsetzung in diesem Handel ist der Vorstand der jeweiligen Börse unter Mitwirkung der vereidigten, amtlichen Makler zuständig. Die entsprechenden Notierungen werden im amtlichen Kursblatt der Börse veröffentlicht.
Amtlicher Makler
Der amtliche Makler wird auf Vorschlag der Geschäftsführung von der zuständigen Börsenaufsichtsbehörde bestellt. Da er amtliche Kurse festzustellen hat, wird er auf seine Neutralität hin vereidigt. Das Börsengesetz schreibt vor, dass der amtliche Makler in den Wertpapieren, für die er amtliche Kurse feststellt, keine Geschäfte auf eigene Rechnung abschließen darf. Er ist zu einem Ausgleich berechtigt. Für seine Tätigkeit erhält der amtliche Makler eine Provision, Courtage genannt.
Amtlicher Markt
Vormals nannte sich der amtliche Markt amtlicher Handel. Es handelt sich um das Börsensegment der zum amtlichen Markt zugelassenen Wertpapiere sowie um den umfangreichsten an den deutschen Börsen durchgeführten Handel von Wertpapieren. Die Börsenzulassung erfolgt nach einem festgelegten, äußerst strengen Verfahren. Die in diesem Marktsegment ermittelten Kurse werden von öffentlich-rechtlichen Maklern festgestellt und sind amtlich.
Andienungsrecht
Das Andienungsrecht steht für die Sicherheit des Käufers, dass der Verkäufer jederzeit in der Lage ist, während der Laufzeit der Option die versprochenen Waren zu liefern.
Anfangskurs
Der Eröffnungskurs oder Anfangskurs ist die erste festgestellte Notierung nach Börsenbeginn. Anleger dürfen ausdrücklich fordern, dass ein Auftrag zu genau diesem Kurs ausgeführt wird.
Anlageausschuss
Der Anlageausschuss besteht aus Fachleuten des Wertpapiergeschäfts und der Wertpapieranalyse. Die Aufgabe des Ausschusses besteht in der Beratung von Kapitalgesellschaften bezüglich Kauf und Verkauf von Wertpapieren, hauptsächlich bei Aktienfonds.
Anlagepolitik
Anlagepolitik meint die Festlegung aller Maßnahmen zur Gestaltung des Investmentvermögens durch das Portfolio-Management. Neben der Beachtung der Anlagegrenzen des KAGG setzt sich das Portfolio-Management Anlageziele, z.B. einen Referenzindex wie den Deutschen Aktienindex (DAX) zu schlagen. Die meisten Fonds sollen durch Kauf/Verkauf von Wertpapieren bei einem definierten Risiko einen möglichst hohen Ertrag erzielen. Die Anlagepolitik wird zunächst für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Im einzelnen werden Entscheidungen über die Auswahl der Wertpapiere, den Zeitpunkt der Anschaffung, die Anlagedauer sowie Absicherungen gegen Kursverluste getroffen. Die Anlagepolitik deutscher Fonds muss im Rahmen gesetzlicher und vertragsmäßiger Vorschriften sein.
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen ist ein aktiver Bilanzposten. Zum Anlagevermögen zählen Teile des Vermögens einer Unternehmung, die nicht zur Veräußerung bestimmt sind . Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist i. d. R. in der Industrie erheblich höher als im HandeI. Nach dem Bilanzrecht ( § 247 II HGB ) gehören zum Anlagevermögen nur die Gegenstände, die bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Zusammensetzung des Anlagevermögens: 1. Immaterielle Vermögensgegenstände: z. B. Konzessionen, Firmenwert, geleistete Anzahlungen; 2. Sachanlagen: z. B. Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3. Finanzanlagen: z. B. Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens
Anleihe
Eine Anleihe kann auch als loan, bond, Schuldverschreibung, Rentenwert, Obligation oder festverzinsliches Wertpapier bezeichnet werden. Es handelt sich bei einer Anleihe um ein festverzinsliches Wertpapier zur langfristigen Kreditfinanzierung. Anleihegläubiger haben das Recht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie der festgelegten Verzinsung. Zur Verbriefung der Anleiheforderungen werden Papiere mit festem oder variablem Zins und fester Laufzeit ausgegeben. Der Verkauf erfolgt über Banken und Sparkassen. Neben der "klassischen" Festzinsanleihe gibt es Schuldverschreibungen, die sozusagen als Zwischenformen zu betrachten sind: Wandelanleihen, Optionsanleihen, Gewinnobligationen und Genussscheine.
Anleihemarkt
Am Anleihemarkt findet der gesamte Handel mit Anleihen statt. In Deutschland ist der Anleihemarkt in erster Linie ein Interbankenmarkt. Öffentliche Anleihen werden auch an der Börse gehandelt.
Annuität
Eine Annuität ist die Summe der jährlich auf ein Darlehen zu zahlenden Zins- und Tilgungsraten. Bei der Annuitätentilgung ist dieser Betrag über die gesamte Laufzeit des Darlehens konstant, wobei der Tilgungsanteil jährlich um die ersparten Zinsen wächst.
Annuitätenanleihe
Annuitätenanleihen werden auch als Annuitätenbonds bezeichnet. Bei Annuitätenanleihen werden Anleihen in festen Jahresbeträgen zurückgezahlt. Diese Zahlungen beinhalten die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie einen Rückzahlungsbetrag (Tilgung). Im letzten Jahr der Laufzeit wird die Anleihe mit der Zahlung der letzten Rate insgesamt zurückgezahlt.
Annuitätenbonds
Annuitätenbonds werden auch als Annuitätenanleihe bezeichnet. Bei Annuitätenbonds werden Anleihen in festen Jahresbeträgen zurückgezahlt. Diese Zahlungen beinhalten die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie einen Rückzahlungsbetrag (Tilgung). Im letzten Jahr der Laufzeit wird die Anleihe mit der Zahlung der letzten Rate insgesamt zurückgezahlt.
Anrechnungsverfahren
Das Anrechnungsverfahren meint das mit der Körperschaftsteuerreform, die am 1. Januar 1977 in Kraft getreten ist, begründete Recht des Aktionärs, die auf seine Dividende entfallende Körperschaftsteuer in vollem Umfange (nämlich in Höhe von 3/7 = 42,86 % der Dividende) auf seine Einkommensteuer anzurechnen. Ist der Aktionär nicht einkommensteuerpflichtig oder ist seine Steuerschuld geringer als das Steuerguthaben, wird ihm die Körperschaftsteuer ganz oder teilweise erstattet.
Anteilsschein
Investmentanteile/zertifikate verbriefen die Ansprüche der Anteilinhaber gegenüber der KAG. Anteilscheine haben keinen Nennwert, sondern lauten nur auf einen oder mehrere Anteile.
Anteilwert
Der Wert der Investmentanteile errechnet sich aus dem Wert des Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Anteile und ist identisch mit dem Rücknahmepreis.
antizyklisches Verhalten
Antizyklisches Verhalten an der Börse bedeutet, bei fallenden Kursen zu kaufen und bei steigenden Kursen zu verkaufen, also gegen den Trend zu agieren.
Arbitrage
Es handelt sich um ein Geschäft zur Ausnutzung von Preis-, Kurs- oder Zinsunterschieden zum gleichen Zeitpunkt an verschiedenen Handelsplätzen durch Kauf in Märkten mit niedrigem Kurs und Verkauf in Märkten mit hohem Kurs. Je nach Art der Börsenwerte wird unterschieden nach Devisen-, Sorten-, Effekten-, Wechsel-, Edelmetall- und Warenarbitrage.
Arrondieren
Wenn die vorhandene Anzahl eines bestimmten Wertpapiers durch Zu- oder Verkauf auf eine glatte (runde) Stückzahl gebracht wird, bezeichnet man dies als arrondieren.
Asset Allocation
Hierbei handelt es sich um die systematische Reduzierung des Anlagerisikos durch Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlagen.
At-the-money-option
Eine Option wird als "am Geld" bezeichnet, wenn ihr Basispreis (vereinbarter Preis des Basiswerts bei Fälligkeit des Optionsscheins) mit dem Kursniveau des Basiswertes identisch ist. Bei einer Kaufoption auf den US-Dollar mit einer Basis von 1,23 Euro ist die Option am Geld, wenn der US-Dollar mit 1,23 Euro notiert wird. In einem solchen Fall besitzt der Optionsschein keinen inneren Wert.
Attentismus
Attentismus meint, das Warten von Kreditnehmern, Anlegern o.ä. in der Hoffnung auf noch günstigere Kredit- oder Anlagemöglichkeiten.
Aufgeld
Das Aufgeld wird auch als Prämie oder Agio bezeichnet. Die Prämie drückt aus, um welchen Betrag der Aktienerwerb über die Optionsscheinausübung von dem direkten Erwerb an der Börse abweicht. Die in Prozent angegebene Abweichung wird dann Auf- oder Abgeld genannt. Je höher das Aufgeld, desto unattraktiver der Optionsschein, da das Underlying stärker bis zum Verfallstag steigen (Call) bzw. fallen (Put) muss, damit der Anleger gerade keinen Verlust erleidet.
Aufsichtsrat
Die Mitglieder des Aufsichtsrates einer Aktiengesellschaft werden von ihrer Hauptversammlung gewählt, soweit sie nicht satzungsmäßig oder als Arbeitnehmervertreter im Rahmen des Betriebsverfassungs-, des Mitbestimmungs-, oder des Mitbestimmungsergänzungsgesetzes entsandt werden. Jeder Aufsichtsrat hat aus mindestens 3 Personen zu bestehen; die Gesamtmitgliederzahl muß nach dem Betriebsverfassungsgesetz von 1972 immer durch drei teilbar sein. Ausnahmen gelten für Montangesellschaften sowie für Großunternehmen nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976. Für die genaue Mitgliederzahl ist die Höhe des Grundkapitals ausschlaggebend; die Obergrenze liegt bei 21 Mitgliedern. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und mindestens einen Stellvertreter. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand zu bestellen sowie Kontroll- und Überwachungsfunktionen auszuüben. In den Satzungen der Aktiengesellschaften wird regelmäßig festgehalten, welche Einzelgeschäfte der Zustimmung durch den Aufsichtsrat oder seines Vorsitzenden bedürfen. Aufsichtsrat-Mitglieder üben sehr häufig Beratungsaufgaben für die Gesellschaften aus. Gewöhnlich wird die Auswahl der Mitglieder unter diesem Aspekt vorgenommen.
Auftragsstimmrecht
Jeder Aktionär kann einen Dritten (Kreditinstitut, geschäftsmäßigen Aktionärsvertreter oder sonstigen Bevollmächtigten) dazu bevollmächtigen, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung auszuüben. Vielfach bevollmächtigen die Aktionäre zweckmäßigerweise ihre Depotbank zur Ausübung des Stimmrechts.
Aufwertung
Eine Aufwertung bewirkt einen größeren Außenwert der Währung (zur Anpassung der Kaufkraftparität), was Exporte verteuert und Importe vergünstigt.
Aufzinsungspapier
Es handelt sich um ein Wertpapier, das zum Nennwert emittiert wird, das aber nicht laufend verzinst wird, sondern dessen Rückzahlungsbetrag neben dem Kapitalbetrag auch Zinsen und Zinseszinsen enthält. Die Rückzahlung erfolgt meist nach einer fest vereinbarten Laufzeit. Die Höhe des Zinssatzes wird zum Emissionszeitpunkt festgelegt.
Baby Bonds
Schuldverschreibungen werden Baby Bonds genannt, wenn ihre Stückelung sehr klein ist.
Backwardation
Bei "Backwardation", hauptsächlich an Londoner Metallmärkten, liegt der Kassapreis höher als der Preis für Terminware; der umgekehrte Fall wird "contango" genannt.
Backwardation
Bei Backwardation, hauptsächlich an Londoner Metallmärkten, liegt der Kassapreis höher als der Preis für Terminware; der umgekehrte Fall wird "contango" genannt.
Baisse
Die Baisse bezeichnet eine anhaltende Abwärtsbewegung ("Abwärtstrend" oder "Talfahrt") der Kurse. Sie ist als Gesamttendenz zu verstehen.
Baisse
Die Baisse bezeichnet eine anhaltende Abwärtsbewegung ("Abwärtstrend" oder "Talfahrt") der Kurse. Sie ist als Gesamttendenz zu verstehen. siehe auch: Bear Market Das Gegenteil hierzu ist die "Hausse", der "Aufwärtstrend" an der Börse (Bull Market).
Baisse-Spread
Bei einem Baisse-Spread werden zum selben Zeitpunkt Call- oder Putoptionen verkauft oder gekauft. Durch diese Strategie werden Gewinne bei einem Nachgeben des Basiswertes erzielt.
Bankenaufsicht
Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe)
Bankgeheimnis
Die durch Bankvertrag (Nr. 2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen) übernommene Verpflichtung der Bank zur Verschwiegenheit über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen. Das Bankgeheimnis wird durch gesetzliche Vorschriften, die eine Auskunftspflicht begründen und durch den Kunden selbst, der die Bank zur Auskunft berechtigt, begrenzt. Insbesondere besteht eine unbeschränkte Auskunftspflicht in Strafverfahren und Steuerstrafverfahren. Im Todesfall bestehen bestimmte Meldepflichten gegenüber dem Nachlassfinanzamt.
Bankgeschäfte
Im Kreditwesengesetz sind Bankgeschäfte genau definiert und festgelegt. Hierzu zählen z.B. Investment-, Depot-, Einlagen-, Kredit-, Diskont-, Effekten- und Girogeschäfte.
Bardividende
Verteilung der Dividende in bar, nachdem die körperschaftssteuerliche Ausschüttungsbelastung abgezogen ist.
Barreserve
Um flexibel auf Anlagechancen zu reagieren, kann das Fondsmanagement einen Teil des Fondsvermögens aus Bankguthaben bzw. Geldmarktpapieren bestehen lassen. Die Höhe der Liquidität wird durch die Vertragsbedingungen begrenzt und vom Ausschüttungstermin, den Anteilrückgaben und der Börsensituation beeinflusst. Laut KAGG darf ein Fonds, außer kurz nach der Auflegung, jedoch höchstens 49 Prozent Liquidität halten.
Barwert
Augenblicklicher Wert eines in der Zukunft liegenden Geldbetrages. Dieser wird durch Abzinsung mit einem bekannten Zinssatz errechnet. Häufige Verwendung in der Investitionsrechnung.
Basisobjekt
Als Basisobjekt werden beispielsweise Kassainstrumente oder auch Terminkontrakte auf Währungen, Indizes, Zinsen etc. bezeichnet. Das Basisobjekt ist ein Marktinstrument, welches das einem Geschäft zugrundeliegende Wertobjekt bezeichnet.
Basispreis
Der Basiswert wird auch strike genannt. Es handelt sich um einen vorher bestimmten Preis, zu dem der Basiswert gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden kann, wenn der Put/Call ausgeübt wird.
Basispunkt
Allgemeine Bezeichnung für ein Hundertstel eines Prozents (1 BP = 0,01 %). Findet Verwendung bei der Bezeichnung von Unterschieden in Renditen, Preisen, Kursen und dergleichen.
Basiswert
Der Basiswert ist das Finanzinstrument, das einer Option, einem Optionsschein oder einem Zertifikat zugrunde liegt. Beispielhaft zu nennen wären hier Aktien, Indizes, Festverzinsliche Wertpapiere, etc.
Basket
Zusammenstellung von Werten einer bestimmten Art, z.B. Aktien, als Bezugswert (oft nach Branchen geordnet, z. B. Maschinenbau, Automobil, Elektro).
Bear
Bear steht im Gegensatz zum Bull. Hier wird auf fallende Preise spekuliert.
bearish
Markterwartung eines Anlegers, der mit einem bear-market, also mit tendenziell fallenden Kursen rechnet
Beige Book
Im Beige Book berichten die zwölf regionalen Zentralbanken der USA über die Wirtschaftsaktivitäten in ihrer Region. Das 50 Seiten starke Werk setzt sich aus den einzelnen Berichten über die Regionen und einer Zusammenfassung, die ein Bild von der konjunkturellen Lage der Volksirtschaft geben soll zusammen. Es erscheint acht Mal pro Jahr, und zwar jeweils zwei Wochen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Bundeszentralmarktbank (FOMC).
Belegschaftsaktien
Hierbei handelt es sich um Aktien, die Angehörigen einer Gesellschaft, z.B. Mitarbeitern, zu einem relativ günstigen Preis ausgegeben werden. Damit soll ihre Identifikation und letztlich ihre Motivation mit dem Unternehmen gesteigert werden. Meist unterliegt der Verkauf dieser Aktien einer Sperrfrist (i.d.R. bis zu 5 Jahren), innerhalb derer sie nicht verkauft werden dürfen.
Beleihungswert
Wert, der von einem Kreditgeber einem Vermögensgegenstand wie z.B. einem Grundstück oder einem Wertpapier zugeordnet wird und der die Höhe der möglichen Beleihung z.B. für eine Grundschuld oder eine Hypothek bestimmt. Der Beleihungswert soll in der Regel den am Markt nachhaltig erzielbaren Erlös des Beleihungsobjektes nicht überschreiten.
Benchmark
Hiermit wird eine Vergleichsgröße, die einem Fonds oder Portfolio als Orientierungsgröße gegenübergestellt wird, bezeichnet
Berichtigungsaktien
Dies sind Aktien aus einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Sie werden an den Altaktionär ohne Zuzahlung in einem bestimmten Verhältnis zu den alten Aktien ausgegeben. Der Kurs der Aktien verringert sich entsprechend der vorgenommenen Kapitalerhöhung. Somit bleibt der Depotwert eines Anlegers betragsmäßig unverändert. Der häufig verwendete Begriff Gratisaktien ist hier daher irreführend.
Bestens
Bestens meint den Auftrag zum Verkauf von Wertpapieren zum höchstmöglichen erreichbaren Kurs, der ohne Limit erteilt wird.
bezahlt Brief (bB)
Abkürzung für bezahlt Brief. Kurszusatz, der besagt, dass zum festgestellten Kurs nicht alle Verkaufsaufträge ausgeführt wurden und noch Angebot bestand.
Bezugsrecht
Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen.
Bezugsverhältnis
Das Bezugsverhältnis gibt an, wieviele Stück eines Basiswertes durch einen Optionsschein gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden können. Man erkennt am Bezugsverhältnis, wieviele Optionsscheine benötigt werden, um das Recht auf den Kauf/Verkauf einer Einheit des Basiswertes zu erlangen.
bG
Der Kurszusatz bG drückt "bezahlt Geld" aus und meint, dass zum festgestellten Kurs nicht alle Kaufaufträge ausgeführt wurden und weiterhin noch Nachfrage bestand.
Bid
Bid gibt den Kurs an, zu dem für ein Wertpapier, eine Option oder ein Future Kaufaufträge vorliegen.
Bilanz
Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva, also Soll und Haben zum Ende des Geschäftsjahres, woraus der Vermögensstand hervorgeht. Die Gliederung der Bilanz in bestimmte Posten ist bei Aktiengesellschaften gesetzlich vorgeschrieben. Die Bilanz gibt eine vollständige Vermögensaufstellung -eine Zusammenstellung der Werte eines Unternehmens- wieder. An der Bilanz misst man die Leistungskraft einer Gesellschaft. Die Bilanz ist in zwei Teile unterteilt: Die Aktivseite (Aktiva) und die Passivseite (Passiva). Im Gegensatz zu der Gewinn und Verlustrechnung, ist die Bilanz eine Bestandsmasse. D. h., dass alle aufgezeigten Vermögensgegenstände oder Schulden mit einem Stichtag bzw. mit einem Zeitpunkt verbunden sind. Als Beispiel: Bilanz zum 31.12.2005. Dementsprechend ist die Bilanz eine Bestandsrechnung.
Billigst
Der Anleger ist bereit, jeden sich am Markt herausbildenden Kurs zu akzeptieren. Er erteilt den Kaufauftrag also ohne Limit. An den deutschen Börsen haben diese Aufträge Vorrang vor den limitierten Aufträgen.
Blue Chip
Amerikanischer Ausdruck für eine umsatzstarke Aktie eines besonders substanz- und ertragsstarken Unternehmens (Standardwerte). In der Regel zeichnet sich ein Blue Chip durch ein hohes Rating aus.
Bobl
Abkürzung für Bundesobligation
Bobl-Future
Der Bobl-Future ist ein Future auf eine fiktive mittelfristige Schuldverschreibung des Bundes, die auf eine Nominalverzinsung von sechs Prozent und auf eine Restlaufzeit von fünf Jahren standardisiert ist. Der Inhaber eines Bobl-Future-Kontraktes hat das Recht, eine diesem Kontrakt zugeordnete Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit von 4 1/2 bis 5 1/2 Jahren im Wert von nominal 100.000 Euro zu kaufen oder zu verkaufen. Pro Jahr werden vier Laufzeiten gehandelt, die jeweils im März, Juni, September und Dezember enden.
Bogen
Das bei Aktien aus Gewinnanteilsscheinen (Coupons), bei Anleihen aus Zinsscheinen und dem jeweiligen Erneuerungsschein (Talon) bestehende Wertpapier zur Geltendmachung der entsprechenden Rechte.
Bonds
Festverzinsliche Wertpapiere (Rentenpapier)
Bonifikation
Die an die Banken von den Unternehmen u. ä. zu zahlende Vermittlerprovision für die Unterbringung neu ausgegebener Wertpapiere.
Bonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Emittenten). Sie ist ausschlaggebend für die Sicherheit einer Anleihe. Die Schuldnerbonität ist darum ein sehr entscheidendes Kriterium für die Anlageentscheidung. Internationale Ratingagenturen wie Standard & Poor's (Abk.: S&P) überprüfen regelmäßig die Bonität von Schuldnern, die sich aufgrund von Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen/unternehmensspezifischen Umfeld ändert. Die Abstufungsmöglichkeiten reichen von AAA (sehr gute Bonität) bis D (sehr schlechte Bonität) bei Standard & Poor's.
Bonus
Ein Bonus ist die zusätzliche Ausschüttung der Aktiengesellschaft an die Aktionäre zu der regulären Dividende. Die Gründe für den Bonus können beispielsweise ein Firmenjubiläum oder ein extrem gutes Geschäftsjahr des Unternehmens sein.
Bonus-Zertifikate
Bonus-Zertifikate ermöglichen dem Anleger ein zusätzliches Renditepotenzial, selbst wenn sich die Aktienmärkte kaum bewegen. Solange die Märkte während der Laufzeit niemals auf ein bestimmtes Niveau fallen, erhält der Anleger am Laufzeitende immer den anfänglichen Zertifikatspreis zzgl. eines Bonusbetrages. Im Gegensatz zu einem Discountzertifikat existiert kein Höchstbetrag (Cap), so dass bei steigenden Kursen voll an den Kursgewinnen partizipiert werden kann.
Bookbuilding
Eine relativ neue Form der Platzierung von Wertpapieren. Hierbei wirken Investoren an der Findung des Emissionspreises direkt mit. Die wahrscheinlichen Zeichnungsmengen und Preisvorstellungen erfasst der Führer des Anleihekonsortiums. Diese Daten stellen eine Grundlage für Preis und Zuteilung des zu emittierenden Wertpapieres dar. Durch das Bookbuilding sollen sowohl Anleger als auch Emittenten profitieren.
Brady Bonds
Anleihen, die zur Rekonstruierung von Bankkrediten durch öffentliche Schuldner begeben werden. Das Konzept beruht auf der "Brady Initiative" 1989 zur Verbriefung von Problemschulden von Entwicklungsländern. Die wertpapiermäßige Unterlegung wurde vollzogen, indem notleidende Kredite mit einem Abschlag, der sich nach der Höhe des Kreditrisikos und der Kreditlaufdauer richtet, in Anleihen umgewandelt wurden.
Branchen-Fonds
Investmentfonds, deren Vermögen hauptsächlich oder ausschließlich in Aktien einer bestimmten Branche (Industriezweig oder Wirtschaftsektor) anlegen, z.B. Telekommunikation oder Rohstoffe.
Break-Even
Der Break-Even ist der Kurs des Basiswerts, der erreicht werden muss, damit der Investor unter Berücksichtigung der zu zahlenden Optionsprämie bei Ausübung des Optionsrechts keinen Verlust erleidet. Unter Vernachlässigung der Transaktionskosten erzielt der Investor bei einem Call-Optionsschein dann einen Gewinn, wenn der Kurs des Basiswerts bei Ausübung des Optionsrechts über dem Break-Even notiert. Im Falle eines Put-Optionsscheins muss der Kurs des Basiwerts unter den Break-Even fallen, damit für den Erwerber aus der Transaktion ein Gewinn resultiert.
Break-Even-Kurs
Ab diesem Kurs des Basiswertes bei Optionen oder Optionsscheinen ist unter Berücksichtigung der gezahlten Optionsprämie eine verlustfreie Ausübung des Optionsrechtes möglich.
Brief
Kurszusatz, auch "B", der anzeigen soll, dass für ein bestimmtes Wertpapier nur Verkaufsangebote, allerdings keine Kaufangebote vorlagen, und somit zum angegebenen Kurs keine Umsätze zu Stande kamen. Sollten zwar Umsätze zu Stande gekommen sein, allerdings mehr Verkaufs- als Kaufsangebote vorliegen, wird der Kurszusatz "bezahlt Brief" oder "bB" verwendet.
Briefkurs
Der Briefkurs gibt an, zu welchem Preis der Emittent bereit ist, Optionsscheine zu verkaufen bzw. welchen Preis der Erwerber für die Optionsscheine bezahlen muss. Da der Emittent zu einem bestimmten Zeitpunkt die von ihm begebenen Optionsscheine stets zu einem höheren Kurs verkauft als erwirbt, liegt der Briefkurs immer über dem Geldkurs.
Broker
Bezeichnung für den Makler an der anglo-amerikanischen Börse, der im Gegensatz zu Börsenmaklern auch Privatkunden haben darf, allerdings nur Effektengeschäfte tätigen darf. Er schließt nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag anderer gegen Provision Wertpapiergeschäfte ab. Daneben steht der Broker seinen Kunden mit einer breiten Palette ergänzender Dienstleistungen wie z.B. Marktberichten, Unternehmens- und Branchenanalysen, Kaufs- und Verkaufsempfehlungen u.ä. zur Verfügung.
Bruttodividende
Dividende, von der Hauptversammlung festgesetzt, ohne Abzug der Körperschaftsteuer.
Bruttosozialprodukt
Geldwert aller innerhalb eines Jahres im Inland erzeugten Güter und in Anspruch genommenen Dienstleistungen. Zu unterscheiden vom Bruttoinlandsprodukt, welches sich aus dem BSP zzgl. dem Inlandseinkommen der Ausländer abzgl. dem Auslandseinkommen der Inländer errechnet. Das Nettosozialprodukt -oder auch Volkseinkommen- errechnet sich aus dem BSP abzgl. der enthaltenen Abschreibungen und indirekten Steuern zzgl. den staatlichen Zuschüssen.
Bull
Die an den Börsen übliche Bezeichnung für einen mit steigenden Kursen rechnenden, optimistisch gestimmten Anleger. Der entsprechende Markt wird "bull market" genannt. Sinnbild Bulle: Er stößt mit seinen Hörnern immer von unten nach oben.
Bull Market
Als Bull Market (Hausse) wird der Wertpapiermarkt genannt, wenn die Tendenz eindeutig auf steigende Kurse hindeutet. Der Gegensatz hierzu ist der Bear Market (Baisse) mit fallenden Preisen.
Bull-Spread
Kombination aus dem Kauf einer Kaufoption mit niedrigerem und dem Verkauf einer Kaufoption mit höherem Basispreis.
Bullen
Die Optimisten an der Börse werden sinnbildlich "Bullen" genannt und sind der festen Überzeugung, dass die Kurse ansteigen werden. Der Bulle ist als Symbol gewählt, da er mit den Hörnern immer von unten nach oben stößt. Als Gegenteil hierzu sieht man den "Bären", welcher mit der Tatze von oben nach unten schlägt, für fallende Kurse. Bekannt ist vor allem die Skulptur aus einem Bullen und einem Bären vor der Frankfurter Börse.
bullish
Markterwartung eines Anlegers, der mit einem bull-market, also mit tendenziell steigenden Kursen rechnet.
Bund-Future
Kontrakt (Futures) über eine idealtypische Bundesanleihe mit einer Nominalverzinsung von 6 % und einer Restlaufzeit von 8,5 bis 10,5 Jahren. Der Nominalwert eines Kontraktes beträgt Euro 100.000,-. Die Laufzeiten richten sich nach den zur gleichen Zeit verfügbaren Bund-Future-Liefermonaten. Dies sind immer die drei nächstliegenden Monate des Zyklus März, Juni, September und Dezember.
Bundesanleihe
Börsengehandelte Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit von 10-30 Jahren. Sowohl Bundesanleihen als auch Bundesobligationen sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Ausgabepreise sind variabel. Bundesanleihen sind per Gesetz ohne Prospekt zum amtlichen Handel zugelassen.
Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred)
Investmentgesellschaften (Kapitalanlagegesellschaften) als Spezial-Kreditinstitute unterliegen der Aufsicht des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen in Berlin. Das BAKred erteilt nicht nur die Erlaubnis zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes, sondern überwacht auch die Einhaltung der Vorschriften des Gesetzes über das Kreditwesen und des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG).
Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe)
Ehemalige Bundesoberbehörde, die in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgegangen ist.
Bundesobligationen
Bundesobligationen sind Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Sie werden als Wertrechtsanleihen im Rahmen einer Daueremission herausgegeben. Ihr Verkauf erfolgt über Kreditinstitute. Vor Börseneinführung können sie nur von natürlichen Personen sowie gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Einrichtungen erworben werden. Nach Börseneinführung ist ein allgemeiner Erwerb möglich.
Bundesschatzbrief
Emission des Bundes, festverzinslich. Die Zinsen werden jährlich (Typ A, 6 Jahre Laufzeit) gezahlt oder mit Zinseszinsen bei der Rückzahlung dem Nennwert zugeschlagen (Typ B, 7 Jahre Laufzeit). Sie werden nicht in den Börsenhandel eingeführt.
BVI-Methode
Die BVI-Methode ist ein Verfahren zur Berechnung der Wertentwicklung eines Investmentfonds während eines Betrachtungszeitraumes. Es wird angenommen, dass das eingesetzte Kapital hundertprozentig zur Anlage kommt und somit bestimmte Einflussfaktoren wie z.B. Ausgabeaufschlag, Rücknahmespesen, Depotgebühren oder Kontoführungsgebühren nicht berücksichtigt werden. Die BVI-Methode berechnet die Performance eines Fonds in drei Schritten: 1. Zuerst wird die Zahl der Anteile berechnet, die ein Anleger am Ende des Betrachtungszeitraums besitzen könnte, wenn er zu Beginn der Periode einen einzigen Anteil hält und für Ausschüttungen beziehungsweise vom Fonds abgeführte Kapitalertragsteuer weitere Anteile kauft. Um die Anzahl der Anteile zu berechnen, die der Fondsanleger kaufen kann, werden die Ausschüttungen/Steuerzahlungen dividiert durch den Anteilwert am jeweilig Geschäftstag. 2. Die Summe aus dem ursprünglichen Anteil und den neuen Anteilen wird mit dem aktuellen Anteilwert am Ende des Betrachtungszeitraums multipliziert. 3. Im dritten Schritt wird die prozentuale Änderung des Anteilwerts berechnet: (Neuer Anteilwert - Alter Anteilwert) / Alter Anteilwert x 100
Bären
Börsianer mit pessimistischer Einstellung werden als Bären bezeichnet und rechnen mit einem Abfall der Kurse, einer Baisse. Symbolisch steht hierfür ein Bär, da er mit der Pranke von oben nach unten schlägt.
Bären
Börsianer mit pessimistischer Einstellung werden als Bären bezeichnet und rechnen mit einem Abfall der Kurse, einer Baisse. Symbolisch steht hierfür ein Bär, da er mit der Pranke von oben nach unten schlägt. Für ansteigende Kurse (Hausse) steht der Bulle, da er mit dem Kopf von unten nach oben stößt. Bekannt ist auch die Skulptur aus einem Bullen und einem Bären vor der Frankfurter Börse.
Bärenfalle
Engl. bear trap; Eine Falle, in die der mit fallenden Kursen rechnende Anleger aufgrund seiner technischen (Chart-)Analyse bzw. der dabei ermittelten Verkaufssignale hineintappt, insofern diese sich nachträglich als Fehleinschätzung erweisen.
Börse
Markt, an dem bestimmte austauschbare Güter (Waren, Wertpapiere, Edelmetalle, Devisen usw.) gehandelt werden. Die wichtigste Börse ist die New York Stock Exchange an der Wall Street. Danach folgen London und Tokio. In Deutschland gibt es acht Börsenplätze. Führend ist Frankfurt, dann Düsseldorf. Zudem gibt es noch die weniger wichtigen Regionalbörsenplätze Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart und München.
Börsenarten
Je nach dem Handelsobjekt unterscheidet man für Wertpapiere nach Effektenbörsen, für Währungen nach Devisenbörsen, für Terminkontrakte nach Terminbörsen und für fungible Waren nach Produktenbörsen. Spezialbörsen gibt es u.a. für Metalle, Zucker, Baumwolle oder für Dienstleistungen wie Frachten, Schiffer- oder Versicherungsleistungen.
Börsenaufsicht
Die Überwachung der Börsensitzung durch den Vorstand der Börse bzw. durch die staatlich bestellten, im Auftrag der obersten Aufsichtsbehörde (Landesregierung) tätig werdenden Aufsichtspersonen (Börsenkommissar). Bei gravierenden Verstößen oder aus besonderem Anlass kann die Landesregierung die Börse schließen, bei zu erwartenden schwerwiegenden Gefahren für die Gesamtwirtschaft kann eine solche Weisung auch die Bundesregierung erteilen.
Börsenauftrag
Auftrag für Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren, der in Deutschland per Bank an die Börse gegeben wird und u.a. Angaben wie Nennwert, Wertpapierbezeichnung, Auftragsgeltungsdauer sowie Angaben über Kurslimits enthält.
Börsencrash
Dramatischer Verfall der Börsenkurse innerhalb kurzer Zeit als Vorbote oder Ausdruck einer sich abzeichnenden Angst um eine weltweite Wirtschaftskrise, meistens in Zusammenhang mit entprechenden Entwicklungen am Anleihemarkt (Zinsanstieg). Der erste Börsencrash dieser Art fand 1929 an der New Yorker Börse statt; er riss alle übrigen Finanzplätze mit sich und läutete die Depression der dreißiger Jahre ein. Im Jahr 1962 und am 19. Oktober 1987 kam es ebenfalls zu einem dramatischen Kurseinbruch an der New Yorker Börse, in der Folge auch an den übrigen Börsen, der einen Rückgang der Kurse in einzelnen Werten von bis zu 30% an einem einzigen Tag bewirkte. Im Gegensatz zum Börsenkrash 1929 erholten sich die Kurse in den beiden anderen Fällen aber relativ schnell, so dass einige Märkte kaum ein halbes Jahr nach dem Ereignis die erlittenen Verluste sogar wieder wettmachen konnten. Ähnliches gilt für den Mini-Crash vom 16. Oktober 1989.
Börsenkurs
Der Kurs bzw. Preis für ein an der Börse gehandeltes Wertpapier wird Börsenkurs genannt.
Börsennotierung
Auch Kursfeststellung, Feststellung der Kurse für alle an der Börse zugelassenen Wertpapiere. Bei amtlich notierten Wertpapieren erfolgt diese Feststellung durch Kursmakler. Den Ablauf regelt die Börsenordnung. Das Geschäft wird zu dem Kurs abgeschlossen, bei dem die meisten Aufträge (Käufe und Verkäufe) ausgeführt werden können (Meistausführungsprinzip). Der Kurs für Wertpapiere kann börsentäglich einmal (Einheitskurs) oder mehrmals täglich fortlaufend notiert werden (Variable Notierung).
Börsenplatz
Der Börsenplatz ist der Ort, an dem sich eine Börse befindet bzw. an dem Wertpapiere gehandelt werden.
Börsenprospekt
Bevor ein Wertpapier zum Handel an einer Börse zugelassen wird, muss das entsprechende Unternehmen bzw. das dafür tätige Kreditinstitut die Öffentlichkeit in bestimmten regionalen Zeitungen, sog. Börsenpflichtblättern, über die beabsichtigte Einführung an der Börse informieren. Sinn und Zweck ist, die Öffentlichkeit ausreichend über das Wertpapier und den Emittenten zu informieren. Der Börsenprospekt muss Informationen zur bisherigen und erwarteten Entwicklung des Unternehmens, zur Produktpalette, zum letzten Jahresabschluss, u.ä. enthalten. Er muss der Zulassungsstelle, die den Informationsgehalt überprüft, vorgelegt werden. Pfandbriefanstalten können nach dem Börsengesetz von der Prospektpflicht befreit werden, da sie unter staatlicher Aufsicht stehen.
Börsenschluss
Bezeichnung für das Ende der Börsenzeit. Auch der Mindestbetrag für einen Abschluss an der Börse wird als Börsenschluss bezeichnet.
Börsensegment
Ein Börsensegment ist ein Börsenteilmarkt im Wertpapierhandel. Zu unterscheiden sind vertikale und horizontale Segmente. Vertikale Börsensegmente sind der Amtliche Handel, der Geregelte Markt, der Freiverkehr und der Neue Markt. Horizontale Marktsegmente entstehen durch die Aufgliederung vertikaler Marktsegmente in weitere Teilmärkte wie z.B. Kassa-, Termin- und Optionsmarkt.
Börsentendenzen
Einem Anleger werden fallende oder steigende Kurse durch Börsentendenzen signalisiert. Tendenzen sind am besten "fest" und "freundlich", als akzeptabel gelten "erholt" und "uneinheitlich". Die Tendenzen "leichter" und "schwach" deuten auf "sinkende" und "stärker fallende" Kurse.
Börsenumsatz
Der in der entsprechenden Währungseinheit sich zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums ergebende Gesamtbetrag der abgeschlossenen Geschäfte in einem Wertpapier oder am Gesamtmarkt.
Börsenumsatzstatistik
Die zahlenmäßige Erfassung aller getätigten Umsätze (sowohl von Banken als auch von Maklern) wird in der Börsenumsatzstatistik börsentäglich aufgezählt. Die Tagesumsätze werden vergleichsweise monatlich, vierteljährlich und jährlich zusammengefasst veröffentlicht.
Börsenzulassung
Es gibt festgesetzte Bedingungen für die Börsenzulassung zum amtlichen Handel an einer Börse, z.B. orientiert an der Offenlegung von Jahresabschlüssen oder der Bonität einer Person/Firma. Im sog. Börsenprospekt werden die Informationen gesammelt und von der Zulassungsstelle der Antrag zur Börsenzulassung veröffentlicht.
CAC 40
Abkürzung für Compagnie des Agents de Change 40 Index. Index der Pariser Wertpapierbörse; umfasst die 40 umsatzstärksten Aktien des Compagnie des Agent de Change.
Calendar-Spread
Dies ist eine Kombination von gleichzeitig gekauften und verkauften Optionen. Es wird also eine Long und eine Short Position mit demselben Basisobjekt und -preis, jedoch mit unterschiedlichen Verfallsdaten gehandelt.
Call
Die englische Bezeichnung für "Kaufoption" ist "Call". Der Käufer derselben erwirbt das Recht - aber nicht die Pflicht - während der Laufzeit die angebotenen Wertpapiere zu den festgelegten Konditionen zu kaufen. Der Gegensatz dazu ist ein "Put" bzw. die Verkaufsoption.
Candlestick-Charts
Aus Japan stammende, technische Analysemethode. Die Darstellung als Candlestick-Chart ("Kerzenchart") ermöglicht gegenüber den westlichen Chartanalysen zusätzliche Signale. Der Eröffnungs- und der Schlusskurs werden in einem Rechteck dargestellt, das je nach Entwicklung der Börsensitzung (positiv oder negativ) ausgefüllt wird oder nicht. Zusätzlich werden der Tageshöchst- und der Tagestiefstkurs durch dünne Balken dargestellt. Eine schwarze Kerze steht für fallende, eine weiße für steigende Kurse. Die sogenannten Schatten geben Höchst- bzw. Tiefstkurse an.
Candlesticks
Begriff der Charttechnik. Sie wurden von den Japanern im 16. Jahrhundert eingeführt und bestehen aus vier Kursen, dem Eröffnungskurs, dem Tageshoch, dem Tagestief und dem Schlusskurs. Eröffnung und Schluß bilden den Kerzenkörper. Der Körper wird als dicker senkrechter Strich gezeichnet. Er ist schwarz, wenn der Eröffnungskurs über dem Schlusskurs liegt. Sonst ist er weiß. Aus dem Körper heraus werden nach oben und nach unten Antennen/Dochte gezeichnet, die bis zum Tageshoch bzw. Tagestief reichen. Mit Hilfe mehrerer Kerzen können verschiedene Muster entstehen, die entsprechend interpretiert werden können.
Cap
Caps (und Floors) sind eine Versicherung gegen steigende (bzw. fallende) Zinsen. Der Käufer ist der Versicherungsnehmer, der Verkäufer der Versicherungsgeber. Bei einem Cap wird dem Cap-Käufer gegen Zahlung einer Prämie garantiert, dass die Zinsbelastung aus der bestehenden oder noch aufzunehmenden variabel verzinslichen Verbindlichkeit eine festgelegte Zinsobergrenze (Strike) während der Laufzeit des Caps nicht übersteigt. Gleichzeitig partizipiert der Cap-Käufer von fallenden Zinsen. Der Cap-Verkäufer verpflichtet sich, eine eventuell über den Strike hinausgehende Mehrbelastung durch eine Zahlung an den Versicherungsnehmer auszugleichen.
Capped-Garantie-Zertifikat
Bei Capped-Garantie-Zertifikaten kann sich der Anleger an leicht höheren Partizipationsraten im Vergleich zu herkömmlichen Garantie-Zertifikaten freuen. Im Gegenzug ist dafür die Rückzahlung gedeckelt, so dass der Anleger zwar an leichten Kurssteigerungen zu einem höheren Anteil partizipiert, als bei herkömmlichen Produkten, bei explodierenden Kursen allerdings in seiner Performance zurückbleiben kann.
Carry
Carry kann auch als "carrying charge" bezeichnet werden. Der Ausdruck "carrying charge" beschreibt die allgemeinen Kosten für die Lagerhaltung, wie z.B. Mietkosten für Lagerräume, Zins für das in der Ware gebundene Kapital, Versicherungsprämien, Transportkosten u.ä.
Carrying Charge
Der Ausdruck "carrying charge" beschreibt die allgemeinen Kosten für die Lagerhaltung, wie z.B. Mietkosten für Lagerräume, Zins für das in der Ware gebundene Kapital, Versicherungsprämien, Transportkosten u.ä.
Cash Commodity
Die effektiv vorhandene Kassaware nennt man im Englischen "cash commodity".
Cash Management
Durch das Cash Management (die Finanzplanung von Firmen) soll eine optimale Steuerung der freien Mittel bzw. der Kredite zur bestmöglichen Rentabilität führen.
Cash Market
Der Markt für Kassaware wird "cash market" oder auch "spot market" genannt.
Cash-Flow
Kennzahl zur Aktien- bzw. Unternehmensanalyse. Die Berechnung des Cash-Flows ergibt sich im wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Abschreibungen, Veränderungen der langfristigen Rückstellungen, Ertrags- und Einkommensteuern. Er stellt den Zugang an flüssigen Mitteln innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode dar. Er findet Anwendung bei Verfahren der Investitionsrechnung, die im Rahmen der Beurteilung von anstehenden Investitionsvorhaben quantifizierbare Daten für die Entscheidung liefern sollen. Der Cash-Flow stellt ferner eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Bilanz- und Finanzanalyse dar. Er ist nicht einheitlich definiert. Ein Versuch der Vereinheitlichung ist der Cash-flow nach DVFA/SG.
Cash-Flow-Ratio
Das Cash-Flow-Ratio ist eine Rentabilitätskennziffer, die auf der Basis des Cash-Flows berechnet wird. Sie gibt an, um das wievielfache der Cash-Flow pro Aktie im Kurs der Aktie enthalten ist. Berechnung: Cash-Flow-Ratio = Aktienkurs / Cash-Flow je Aktie. Den Cash-Flow je Aktie erhält man durch: Berechnung: Cash-Flow je Aktie = Cash-Flow des Unternehmens / Anzahl der Aktien.
Cash-Settlement
Ausgleich des Bewertungsergebnisses bei physisch nicht erfüllbaren Termingeschäften (z. B. Futures , Optionen auf Indizes, etc.).
CBOT
Abkürzung für Chicago Board of Trade. Die CBOT ist die weltweit größte Börse für den Handel mit Rohstoffen, Futures und Optionen.
CDAX
Der Aktienindex CDAX enthält alle deutschen Aktien, die im Prime Standard und General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) notiert sind - unabhängig von deren Branche. Basis der Berechnung ist der 30.12.1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Eine historische Zeitreihe reicht bis 1970 zurück.
Central Rate
Englische Bezeichnung für Leitzins.
Certificates of Deposit (CD)
Geldmarktpapiere in Form von Inhaberpapieren, die vor allem von Banken emittiert werden und bei Fälligkeit zum Nennwert eingelöst werden. Ihre Laufzeiten bewegen sich zwischen 30 Tagen und 5 Jahren mit dem Schwerpunkt im Laufzeitbereich von 30 bis 180 Tagen. Neben festverzinslichen CD existieren auch CD mit variablem Zinssatz. Gegenüber Termineinlagen ist der Vorteil der CD vor allem in der Sekundärmarktfähigkeit zu sehen.
CFD
CFD steht für Contract for Difference und ist ein Differenzgeschäft. Ursprünglich wurden CFDs von großen Institutionen verwendet, um ihre Aktienexponierung kostengünstig abzudecken. Heute sind CFDs geläufige Marktwerkzeuge, die von Privatanlegern in der ganzen Welt genutzt werden. Wie der Name vermuten lässt, ist ein CFD ein Barausgleich eines Differenzgeschäftes zwischen dem Kaufpreis und Verkaufspreis eines Finanzinstrumentes. Ein CFD spiegelt die Performance eines Instruments wider und bietet den Vorteil, Instrumente wie Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Währungen zu handeln, ohne sie selbst effektiv besitzen zu müssen. Mit dem CFD-Handel wird es dem Anleger ermöglicht, schon ab 1 % des Kaufpreises eines Underlyings von dessen Entwicklung zu 100 % zu profitieren. Es wird nur ein Hundertstel des Kapitals gebunden. Der CFD entwickelt sich genauso, wie das zugrunde liegende Underlying selbst, d.h. es gibt keinen Ablauftermin und keinen Zeitwertverfall. Es sind somit keine Termingeschäfte. Der Handel mit CFDs ist genauso liquide, wie das jeweils zugrunde liegende Underlying, hinzu kommt, dass der Anleger die Möglichkeit hat, auch von fallenden Märkten (short) zu profitieren. Käufer von CFDs sind Dividendenberechtigt, Verkäufer müssen diese zahlen.
CFTC
Commodity Futures Trading Commission. Diese amerikanische Behörde kontrolliert sämtliche an den amerikanischen Börsen gehandelten Rohstoffe.
Chart
Bezeichnung für die graphische Darstellung der Kurs- und Umsatzentwicklung von Wertpapieren, Branchen oder Börsen. Der anzuzeigende Zeitraum kann dabei frei gewählt werden. Charts sind die Grundlage der technischen Wertpapieranalyse. Unterschieden wird bei der Chartdarstellung zwischen Linien-, Balken-, Point & Figure-, Candle-Stick-Charts etc.
Chartanalyse
Die Chart-Analyse ist eine Technik zur Interpretation von Charts mit dem Ziel, Kursprognosen und -potenziale abzuleiten, um so geeignete Zeitpunkte für Kaufs- und Verkaufspositionen zu gewinnen. Für langfristig orientierte Analysen und Anlagen greift man auf gleitende Durchschnitte zurück. Für die Herleitung und Fundierung kurzfristiger Trendbewegungen wird insbesondere auf trendbeständige, graphische Formationen, Trendumkehrformationen sowie auf Stützungs- und Widerstandslinien verwiesen (technische Aktienanalyse).
Chartist
Börsenanalysten, welche anhand von Auswertungen einer Vielzahl von Charts Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen fällen.
Charttechnik
Der Begriff Chartechnik hat seinen Ursprung in Japan. Bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts handelten die Japaner mit Reis, der nicht vorhanden war, also mit Reis-Futures. Der Handel war zur damaligen Zeit sehr wichtig und der Gruß der Bewohner der Stadt war "Mokariamakka", was so viel wie "Machen Sie Gewinne" bedeutet. Auch heute ist das nicht anders. Eigentlich ist mit dem Wort BLASH (Buy low and sell high) alles gesagt. Doch die Japaner wollten etwas über den zukünftigen Verlauf der Future-Preise herausfinden. Sie betrachteten sich Charts und wollten Regelmäßigkeiten feststellen. Die Folge war, dass sich bestimmte Kursmuster im Laufe der Zeit wiederholten. Das Resultat war die Candlestick-Charttechnik. Die Regeln von heute beruhen immer noch auf den damaligen Erkenntnissen und täglich werden Milliarden von Dollar mit der Hilfe von charttechnischen Signalen gehandelt. Der große Unterschied zur fundamentalen Analyse ist, dass die Charttechnik nicht auf fundamentale Daten reagiert, sondern alles vom Chart und dessen Formationen abhängig macht. In der Vielzahl der Händler, die nach charttechnischen Signalen handeln, liegt die Begründung, dass das ganze System recht gut funktioniert.
Chicago Board of Trade
Das Chicago Board of Trade (Abk.: CBOT) ist die älteste und eine der bedeutensten Terminbörsen der Welt. Ehemals nur für Warentermingeschäfte, hat das CBOT die Palette bis hin zu den Futures und Future-Optionen auf den Dow Jones Industrial Average und die U.S. Treasury Bonds ausgebaut.
Clearing
Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet, um zu einem periodischen, planmäßigen Ausgleich zu gelangen. Im Ergebnis werden nur die sich zugunsten bzw. zulasten eines jeden Teilnehmer ergebenden Salden gutgeschrieben bzw. belastet.
Clearing House
Das Clearing House (Clearingstelle) ist als Institution mit der entsprechenden Terminbörse verbunden. Derivate werden hier abgerechnet und erfüllt. Das Clearing House tritt in jedem Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer als Vertragspartner auf, übernimmt so das Bonitätsrisiko und garantiert für die Abwicklung und Erfüllung der Kontrakte. Das Clearing House führt für jeden Kunden ein Konto (Margin Account), auf welches bei Kauf bzw. Verkauf eines Kontraktes eine Einschussleistung (Initial Margin) zu erbringen ist. Diese Initial Margin wird bei Glattstellung des Kontraktes vollständig rückerstattet.
Clearing Member
Mitglieder des "Clearing House" werden als "Clearing Member" bezeichnet. Das Mitglied muss gleichzeitig einen Börsensitz haben, wobei umgekehrt Nichtmitglieder auch im Clearing House tätig sein können. Diese zahlen allerdings eine höhere Kommission.
Clearingstelle
Das Clearing House (Clearingstelle) ist als Institution mit der entsprechenden Terminbörse verbunden. Derivate werden hier abgerechnet und erfüllt. Das Clearing House tritt in jedem Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer als Vertragspartner auf, übernimmt so das Bonitätsrisiko und garantiert für die Abwicklung und Erfüllung der Kontrakte. Das Clearing House führt für jeden Kunden ein Konto (Margin Account), auf welches bei Kauf bzw. Verkauf eines Kontraktes eine Einschussleistung (Initial Margin) zu erbringen ist. Diese Initial Margin wird bei Glattstellung des Kontraktes vollständig rückerstattet.
Close
Bezeichnung für den offiziellen Schlusskurs des Tages.
Closed-End-Fund
Das Kapital des Fonds wird - analog zu geschlossenen Immobilienfonds - durch Zeichnung einer bestimmten, von vornherein begrenzten Anzahl von Anteilsscheinen aufgebracht. Eine vertragliche o.ä. Verpflichtung zum Rückkauf von Anteilen besteht nicht. In einigen Ländern (z.B. USA) dürfen die Fonds-Anteilsscheine an einer Börse gehandelt werden.
CME
Chicago Mercantile Exchange: Handelsplatz für Derivate, insbesondere Futures und Futureoptionen.
Collar
Ein Collar ist die vertragliche Festlegung eines Höchst- und Mindestzinssatzes bei floating-rate notes.
Commercial Banking
Als Überbegriff für alle traditionellen Bankgeschäfte steht das sog. "Commercial Banking".
Commission
Die Commission (Kommission) ist eine Provision, welche ein Broker für seine Vermittlungstätigkeit erhält. Sie wird für den Kauf und Verkauf gemeinsam erhoben (round turn commission).
Commodity
Bezeichnung für eine Ware wie Getreide, Kaffee oder einen Rohstoff wie Gold, Silber.
Commodity and Trade Financing
"Commodity and Trade Financing" ist eine neuere Finanzierungstechnik, die vor allem im Rahmen von Außenhandelsfinanzierungen Anwendung findet. Diese Art der Barkreditfinanzierung zielt speziell auf den Handel mit börsennotierten Handelswaren ab. Die finanzierende Bank stellt Kreditvergabe weder auf den Lieferanten, noch auf den Abnehmer der zugrundeliegenden Ware ab, sondern lediglich auf die Ware selbst. "Commodity and Trade"-Finanzierungen werden beim Rohstoffhandel mit Unternehmen aus den Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes angewandt.
Commodity Option
Verbrieft das Recht zum Bezug (Call-Option) oder Lieferung (Put-Option) einer Ware zu einer bestimmten Menge, einer bestimmen Qualität, einem festen Termin und zu einem festgesetzten Preis.
common Gap
Bezeichnet eine Kurslücke in einem Seitwärtstrend oder Lücken durch geringe Umsätze. Sie sind nicht von Bedeutung und es können keine Aussagen über den weiteren Kursverlauf gemacht werden.
Common Shares
Englisch für Stammaktien.
Computerbörse
Bei der Computerbörse sind die Börsenteilnehmer nicht mehr persönlich auf dem Börsenparkett anwesend, sondern können von außerhalb der Börse via Computer-Bildschirm ihre Abschlüsse tätigen. Zu den bekanntesten Computerbörsen zählen NASDAQ und DTB für Termingeschäfte.
Computerhandel
Die Vermittlung von Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen per Computernetz wird als Computerhandel bezeichnet. An der Börse ist im allgemeinen der Skontroführer dafür zuständig, Angebot und Nachfrage abzustimmen, während im Computerhandel ein Zentralrechner diese Funktion übernimmt. Verglichen mit dem konventionellen Börsenhandel hat der Computerhandel sehr viel Bedeutung. Experten vermuten, dass der übliche Handel auf dem Börsenparkett früher oder später ganz durch den Computerhandel verdrängt werden könnte.
Consols
Bei einer Zusammenfassung (Konsolidation) mehrerer Anleihen werden die einzelnen Teile dieser neuen Gesamtanleihe als Consols (Konsols) bezeichnet.
Contango
Das "contango" gibt es bei Londoner Metall-Märkten: Der Kassapreis ist tiefer als der Preis der Terminware. Im umgekehrten Fall nennt man dies "Backwardation".
Contract
Der Contract ist die Menge eines Rohstoffes mit genau definierten Qualitätsstandards.
Contract Month
Aus dem Englischen für Kontraktmonat. Dies steht für einen bestimmten (aktiven) Monat, für den Kontrakte gehandelt werden.
Contrary Opinion
Als Contrary Opinion wird die "gegensätzliche Meinung" zum Erfassen des mehrheitlichen Verhaltens der Börsenteilnehmer bezeichnet.
Convertible Bond
Englische Bezeichnung für Wandelobligation.
Corporate Governance
Corporate Governance (CG) bezeichnet die verantwortliche, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Unter CG versteht man das gesamte System interner und externer Kontroll- und Überwachungsmechanismen in einer Unternehmung. Die unter dem Schlagwort CG behandelten Themen reichen von der Struktur der Eigentums- und Kapitalverhältnisse, der Rechte und Pflichten der Aktionäre, der personellen Zusammensetzung und Effektivität der Gremien zur Leitung und Kontrolle des Unternehmens inklusive Fragen der Mitbestimmung der Mitarbeiter, der Rechnungslegung und Transparenz bis hin zum Kontrollerwerb durch Unternehmensübernahmen.
Corporation
Bezeichnet eine Körperschaft in den USA, Kanada und Japan und ist gleichbedeutend mit der Aktiengesellschaft in Deutschland.
Cost of Carry
Englisch für Haltekosten: Positive wie negative Netto-Finanzierungskosten des Besitzes eines Kontraktgegenstandes. Unter den Cost of Carry werden bei Covered Warrants die Finanzierungskosten des Stillhalters für seinen Deckungsbestand verstanden. Bei Warenterminkontrakten zählen dazu Lagerkosten, Versicherungsprämien sowie Zinskosten für die Finanzierung des Erwerbs von Waren. Als positive Finanzierungspositionen lassen sich Zinserträge und Dividenden bei Finanzaktiva anführen.
Cost-Average-Effekt
Bei Anlageplänen mit regelmäßigen Einzahlungen erreicht der Anleger, dass bei fallenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen entsprechend weniger Fondsanteile erworben werden. Diese regelmäßige Einzahlung gleichbleibender Beträge über einen längeren Zeitraum hat für den Anleger den Vorteil, dass er die Anteile bei unterschiedlichen Ausgabepreisen zu einem insgesamt günstigeren Durchschnittspreis kauft. Zudem wirkt sich positiv aus, dass der Anleger im Rahmen eines Sparprogramms auch Anteils-Bruchteile erwirbt und den Kauf nicht auf volle Stücke abstellen muss.
Coupon
Auch als Kupon bezeichnet. Durch den Coupon wird ein Aktienbesitzer zum Bezug der Jahresdividende berechtigt. Der Coupon ist Zubehör der Aktie. Gegen Vorlage wird die fällige Dividende ausgezahlt. Coupons sind für einen längeren Zeitraum auf dem Couponbogen zusammengefasst.
Courtage
Die Courtage ist die Vermittlungsgebühr, die ein Börsenmakler für die Abwicklung einer Kaufs- oder Verkaufsorder erhält. Die Höhe ist für die Kursmakler einheitlich festgesetzt. Sie wird in % oder Promille des Kurswertes bei Aktien bzw. in % oder Promille des Nennwertes bei festverzinslichen Wertpapieren angegeben und kann nach Wertpapiergattungen, nach Kurswerthöhe und nach Geschäftsart gestaffelt sein. Die abwickelnde Bank stellt dem Kunden die Courtage für den erteilten Auftrag in Rechnung.
Covered Warrants
Zu Beginn des Optionsscheinmarktes und auch heute noch versteht man unter diesen sogenannten "gedeckten Optionsscheinen" Aktien- Optionsscheine, die das Recht zum physischen Bezug von Aktien verbriefen, die sich während der Laufzeit des Optionsscheins in einem gesondert gehaltenen Deckungsbestand befinden. In neuerer Zeit wird immer mehr auf das Instrumentarium des Deckungsbestandes verzichtet. Stattdessen stellen die Emittenten durch den Abschluss von weiteren Finanztransaktionen sicher, dass Lieferansprüche des Optionsscheininhabers bei Ausübung des Optionsrechts erfüllt werden. Darüber hinaus werden mittlerweile auch solche Optonsscheine vom Begriff "Covered Warrants" erfasst, bei denen statt der physischen Lieferung ein Barausgleich möglich ist.
Crash
Zusammenbruch der Börse, die Kurse sinken ins "endlose".
CRB
Abkürzung für Commodity Research Bureau.
cron
Im Englischen steht Cron für Ernte. Cronyear bedeutet Erntejahr und ist für jeden agrarischen Rohstoff festgelegt.
Cross Hedge
Absicherung einer Kassaposition durch einen bezüglich des Basisobjekts unterschiedlichen, hinsichtlich der Wertentwicklung ähnlichen Terminkontrakt.
Cross Rate
Bezeichnung für den Wechselkurs zweier Währungen.
Cum
Lat. "mit". Bezeichnung am Euromarkt für Wertpapiere mit Zins-, Dividenden- oder sonstigen Bezugsscheinen.
Currency Option
Auch bezeichnet als Devisen-Option. Eine Devisen-Option gibt dem Inhaber das Recht, nicht aber die Pflicht (vertragliche Option von zwei Vertragspartnern) eine festgelegte Devise zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Da aber keine physische Lieferung der Devisen erfolgt, wird bei Devisen-Optionen der Kursgewinn durch Barausgleich vom Emittenten ausgezahlt.
Dachfonds
Wird auch Funds of Funds genannt. Dies sind Investmentfonds die ihr Fondsvermögen wiederum in anderen Fonds anlegen. Auf diese Weise kann eine besonders breite Risikostreuung erzielt werden.
Damnum
Häufig wird Damnum (ital. für "Schaden") mit dem Begriff Disagio gleichgesetzt.
Daueremission
Die laufende Ausgabe neuer Wertpapiere eines Emittenten ist eine Daueremission. Hier wird nicht eine Emission von einem Gesamtbetrag platziert, sondern es werden laufend neue Beträge platziert. Dies ist zumeist bei Bundesobligationen der Fall, da der Staat häufig über neuen Kapitalbedarf verfügt, während bei Industrieunternehmen meistens Einzelinvestitionen finanziert werden müssen.
Daueremittent
Dies sind Emittenten, die wegen eines laufenden Finanzierungsbedarfs regelmäßig Wertpapiere ausgeben (z. B. Realkreditinstitute, Landesbanken, die Industriekreditbank, die Öffentliche Hand).
DAX
Abkürzung für Deutscher Aktienindex.
DAX 100
Im DAX 100 sind die 100 umsatzstärksten Aktien der deutschen Börse notiert. Die Werte sind in 10 Branchenindices unterteilt.
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