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Dr. Peter Jänsch, Vorstandsvorsitzender
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Brief an die Aktionäre


Sehr geehrte Mitaktionäre, liebe Leser,

GFKL zeigte sich im Geschäftsjahr 2007 gewohnt wachstumsstark: Der Konzernumsatz stieg um 17% auf 1,2 Mrd. €. Das Ergebnis vor Steuern legte um 21% auf 32,0 Mio. € zu. Wir haben damit unsere – im Aktionärsbrief zum Geschäftsbericht 2006 – avisierte Gewinnsteigerung von rund 20% leicht übertroffen. Zusätzliches Ziel ist nach wie vor, die nachhaltige Ertragskraft von GFKL zu steigern. Rund 94% des Vorsteuerergebnisses im Jahr 2007 entfielen bereits auf wiederkehrendes Geschäft.

Wir haben 2007 in allen vier Geschäftsbereichen die Chancen genutzt, die uns das gute wirtschaftliche Umfeld geboten hat. Das Leasingneugeschäft der GFKL-Gruppe wuchs um 17,5% von 726,6 Mio. € auf 853,9 Mio. €. Getragen wurde die positive Entwicklung von einem organischen Wachstum unserer Gesellschaften in Deutschland und den ausländischen Märkten Niederlande, England und Spanien. Unsere Aktivitäten außerhalb Deutschlands steuerten 2007 bereits 39% zum Neugeschäft der GFKL-Gruppe bei. Der Ausbau unseres europäischen Leasinggeschäftes unter der Dachmarke „Universal Leasing“ verläuft damit mengenseitig sehr erfreulich.

Allerdings steht der Leasingmarkt stark unter Margendruck. Diesen konnten wir 2007 weitgehend durch verbesserte Kostenstrukturen ausgleichen. Viel Spielraum bleibt uns auf der Kostenseite jedoch nicht mehr, so dass wir in Deutschland, Spanien und den Niederlanden für 2008 eher mit rückläufigen Gewinnen rechnen. Eine Ausnahme wird England sein, wo wir im laufenden Jahr (im dritten vollen Geschäftsjahr nach der Gründung) erstmals wirklich von Skaleneffekten profitieren werden und daher einen Gewinnsprung erwarten.

Zu Beginn des Jahres startete die Universal Factoring ihren Geschäftsbetrieb. Die ersten Monate waren vertriebsseitig schwieriger als geplant. Inzwischen entwickelt sich das Neugeschäft jedoch erfreulich, und wir gehen auch bei dieser neu gegründeten Tochter von einer deutlichen Ergebnisverbesserung für 2008 aus.

Zusammenfassend erwarten wir 2008 für unseren Geschäftsbereich Kredit eine stagnierende Ergebnisentwicklung, was unter anderem auf erhöhte Refinanzierungskosten zurückzuführen ist.

Als viertgrößter deutscher Inkassospezialist betreuten wir zum Bilanzstichtag 2007 zahlungsgestörte Kredite im Volumen von 11,3 Mrd. €. Im Vorjahr hatte sich das Portfolio aus unbesicherten Konsumentendarlehen und besicherten Immobiliendarlehen auf  7,5 Mrd. € belaufen. Im Non-Banking-Segment bearbeiteten die Inkassogesellschaften der GFKL-Gruppe Ende des Jahres ein Forderungsvolumen von rund 700 Mio. € für Handel, Handwerk und Industrie.

Das durchschnittliche Umsatzwachstum im Segment Inkasso über den Zeitraum von drei Jahren beträgt 101%, das Ergebnis vor Steuern (EBT) wuchs dabei durchschnittlich um 131%. Die EBT-Marge im Segment Inkasso betrug vergangenes Geschäftsjahr 23,8%. 

Unsere sehr gute Wettbewerbsposition als Inkassospezialist zeigt auch die nochmalige Heraufstufung unseres bestehenden Servicer Ratings durch Standard & Poor´s zu Beginn des neuen Geschäftsjahres: Mit der Einstufung unserer Servicer-Kompetenz als "Strong, Outlook Stable" zählen wir zu den drei am besten bewerteten Unternehmen in Europa.

Das Rückgrat unseres Geschäftsmodells ist die Technologie: die von uns selbst entwickelten und an Dritte vermarkteten Softwareanwendungen für Kredit-, Versicherungs- und Forderungsmanagement, ergänzt um IT-Systemlösungen. 2007 haben wir einen namhaften Softwarespezialisten für die Assekuranz übernommen und unsere gruppenweite Beratungs- und Softwarekompetenz für die Versicherungswirtschaft in der Tochtergesellschaft GENEVA-ID zusammengefasst. Wir verbinden damit das Ziel, die im Inkasso- und IT-Systembereich bereits bestehende Marktführung in der Assekuranz auch als Softwareanbieter zu erreichen.

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung insgesamt lässt sich feststellen: GFKL hat auch 2007 erfolgreich seine Strategie eines ausgewogenen Geschäftsmodells umgesetzt. Wir haben unsere sehr starke Positionierung in Einzelmärkten ausgebaut und zugleich mit der Kombination dieser Segmente Konzentrationsrisiken begrenzt sowie Cross-Selling-Effekte genutzt. Die Folgen der so genannten Subprime-Krise spürten wir nur in sehr begrenztem Ausmaß in Form verhalten gestiegener Refinanzierungskosten über die Commercial-Paper-Programme. Dies und den allgemein spürbaren Margendruck im Leasinggeschäft konnten wir durch die steigende Ertragskraft im Inkassosegment ausgleichen.

Der erfreuliche Geschäftsverlauf gab uns die notwendigen Mittel für den Aufbau und die Akquisition neuer Gesellschaften sowie den Erwerb zusätzlicher NPL-Portfolios. Und nicht zuletzt: für die Schaffung von mehr als 100 neuen Arbeitsplätzen. Die GFKL-Gruppe beschäftigte zum Bilanzstichtag 2.624 Mitarbeiter. Ihnen gilt der Dank für das Erreichte. Als Arbeitgeber sind wir bestrebt, unseren Mitarbeitern mit einer dialogorientierten Unternehmenskultur, vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und attraktiven leistungsbezogenen Vergütungskomponenten optimale Arbeitsbedingungen zu bieten. Das Münchener Geva-Institut und die Zeitschrift Karriere haben uns dafür 2007 zum zweiten Mal in Folge das Gütesiegel Top-Arbeitgeber verliehen.

Management und Mitarbeiter haben sich auch für 2008 viel vorgenommen. Die komfortable Finanzausstattung und breite Refinanzierungsbasis von GFKL geben uns dafür die erforderliche Kraft. Wir wissen aber auch: Zusätzliches Eigenkapital würde uns weitere Wachstumschancen erschließen. Wir haben deshalb im vergangenen Jahr sehr intensiv die Möglichkeit eines Börsenganges geprüft und zugleich die Groß- und Altaktionäre bei der Sondierung eines außerbörslichen Verkaufes von Anteilen unterstützt.

Die generelle Eintrübung der Stimmungslage an den Märkten seit dem Sommer hat uns dann jedoch veranlasst, die fortgeschrittenen Gespräche zu unterbrechen. Denn Ziel des Vorstandes ist eine Lösung, die den Interessen des Unternehmens, der Mitarbeiter und der Aktionäre gleichermaßen entgegenkommt. Die kerngesunde finanzielle Lage öffnet uns dabei die notwendigen Spielräume, den bestmöglichen Termin zu wählen.

Auf der kommenden Hauptversammlung werden wir Sie, unsere Aktionäre, um Zustimmung für die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,10 € bitten. Wir möchten damit den Startschuss geben für eine kontinuierliche Dividendenpolitik.

Operativ streben wir im Geschäftsjahr 2008 eine Steigerung des Konzernumsatzes um rund 20% an. Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren die Marge kontinuierlich zu erhöhen. Wir setzen hierfür insbesondere auf das margenstarke Inkassosegment. Dabei schließen wir auch, unabhängig von einem späteren Börsengang, kurzfristige Kapitalmaßnahmen nicht aus, um zusätzliche Investitionskraft zu erhalten. GFKL wird so auch 2008 seinen erfolgreichen Weg fortsetzen.


Mit herzlichen Grüßen
Dr. Peter Jänsch

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