GFKL Financial Services AG - Brief an die Aktionäre
Essen, 30. November 2004
Liebe Mitgesellschafter,
sehr geehrte Damen und Herren,
turnusmäßig berichten wir heute über das III. Quartal und die künftige Entwicklung der GFKL-Gruppe.
Der Abschluss des dritten Quartals hat etwas länger als üblich gedauert, da erstmalig zum 30.09.2004 unsere neue niederländische Tochtergesellschaft Transned Lease B.V. voll zu konsolidieren war. Neben dieser schon an sich aufwändigen Erstkonsolidierung in Essen haben die Kollegen in Eindhoven erstmals zum 30.09.2004 einen Quartalsabschluss nach den internationalen Buchhaltungsregeln (IFRS) erstellt, was naturgemäß zu erheblicher Mehrarbeit geführt hat.
Ich möchte den Buchhaltungs-Teams in Essen und Eindhoven dafür danken, dass auf Grund des außerordentlichen Einsatzes die Verzögerung trotz der komplexen Materie auf gut zwei Wochen begrenzt werden konnte.
Sehr erfreuliches Ergebnis zum 30.09.2004
Insgesamt können wir mit dem Konzernergebnis der ersten neun Monate sehr zufrieden sein. Der Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Financial Outsourcing lag zum 30. September 2004 mit 12,4 Mio. Euro (+6,8 Mio. Euro = +121% zum Vorjahr) erheblich über dem Ergebnis des Vorjahres und übererfüllte somit die Planungen deutlich. Die Beteiligung an der ABIT AG (derzeit rund 55 %) hat sich in den vergangenen Quartalen sehr erfolgreich entwickelt, so dass der GFKL Vorstand seit einigen Wochen gemeinsam mit dem ABIT Vorstand intensiv über eine Verschmelzung der beiden Unternehmen nachdenkt. Nach sorgfältiger Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorteile einer vollständigen Integration die Nachteile bei weitem überwiegen, so dass wir derzeit gemeinsam die für eine Verschmelzung notwendigen Schritte vorbereiten.
Der Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Leasing lag zum 30. September 2004 mit 5,1 Mio. Euro (+0,5 Mio. Euro = +11% zum Vorjahr) über dem Ergebnis des Vorjahres. Wir haben im Leasingbereich weiter Boden gegenüber dem schwachen Start ins Jahr 2004 gutgemacht, sind aber insbesondere mit den Ergebnissen im Bereich Maschinenleasing noch nicht zufrieden. Wir rechnen derzeit mit einem Neugeschäft per Jahresende von rund 400 Mio. Euro durch die Universal Leasing und rund 50 Mio. Euro durch die Transned Lease also zusammen rund 450 Mio. Euro Neugeschäft in 2004. Für das Jahr 2005 planen wir mit 500 Mio. Euro. Da das Neugeschäft im Leasingbereich im Wesentlichen von der Qualität, der Motivation und dem Umfang unserer Vertriebsmannschaft abhängt, haben wir zu Erreichung unserer 2005er Planung die Vertriebsmannschaft im zweiten Halbjahr 2004 um 15 % verstärkt. Nach einer ca. sechsmonatigen Einarbeitungszeit sollten wir hier im II. Halbjahr 2005 deutliche Erfolge sehen.
Insgesamt konnte das Ergebnis per 30.09.2004 vor Steuern um fast 80 % auf 14,3 Mio. Euro gesteigert werden.
Dieser Ertrag wurde von rund 750 Mitarbeitern bei einem Konzernumsatz von 380 Mio. Euro erwirtschaftet. In den ersten neun Monaten betrug unsere Eigenkapitalrendite 21,0 % nach Steuern.
Ausblick
Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich derzeit in enger Abstimmung mit einer Reihe von sehr entscheidenden Projekten, die den Ausblick für die nächsten Jahre nachhaltig prägen werden.
Da ist zunächst die bereits angesprochene Verschmelzung mit der ABIT AG zu nennen, die uns bei erfolgreicher Durchführung in 2005 sowohl die Möglichkeit zur besseren Akquisition von Non-Performing-Loan Portfolios – insbesondere im Sparkassenbereich– als auch die Möglichkeit der Nutzung erheblicher operativer Synergien unserer gemeinsamen, derzeit in vier Firmen aufgeteilten, Inkassotöchter bietet.
Wir haben im Zusammenhang mit dieser Verschmelzung auch die Option einer kurzfristigen Börsennotierung der GFKL diskutiert, halten aber nach intensiver Beratung sowohl das derzeitige Marktumfeld als auch die aktuell durch erheblichen Wandel geprägte Situation in der GFKL für nicht ideal und haben daher von einer solchen Möglichkeit im Zusammenhang mit der Verschmelzung abgesehen. Unsere Planungen in Bezug auf einen Börsengang bleiben also unverändert im mittelfristigen Bereich.
In der Fachpresse war in den vergangenen Wochen mehrmals zu lesen, dass GFKL den Kauf einer Bank plant. Es ist richtig, dass wir mit mehreren zum Verkauf stehenden Banken in teilweise recht fortgeschrittenen Verhandlungen stehen. Es handelt sich aber bei dem Kauf einer Bank sowohl wegen der notwendigen finanziellen Anforderungen als auch wegen der erheblichen Auswirkung auf das Gesamtunternehmen um ein sehr komplexes Thema. Unbestritten gibt es eine ganze Reihe von Vorteilen, die wir mit dem Kauf einer Bank für die GFKL Gruppe erzielen können. Wir sehen die Möglichkeit der strukturierten Refinanzierung von Portfoliokäufen und von Investitionen durch Einlagen als sinnvolle Ergänzung unserer sehr effizienten Leasingrefinanzierung durch die ABCP Programme. Auch die Möglichkeit, unsere Produktpalette aus Leasing und Mietkauf in der Investitionsgüterfinanzierung um das Produkt Kredit zu erweitern, hat seinen Reiz. Es gibt darüber hinaus noch eine ganze Reihe von qualitativen Vorteilen die mit einer Bank in der GFKL Gruppe erzielt werden können.
Aber die formellen Anforderungen an eine Bank bedingen erhebliche Vorinvestitionen in Systeme und Verfahren und leider sind die mit der Erfüllung der Vorschriften einer Bank verbundenen Kosten nicht nur einmalig, sondern werden dauerhaft die Ergebnisse belasten. Wir sind daher noch nicht endgültig zu einer Kaufentscheidung gelangt, werden Sie aber diesbezüglich zeitnah weiter über dieses wichtige Thema informieren.
Zu einem anderen wichtigen Thema kann ich Ihnen heute weitere Informationen geben. Im April hatte ich bereits über laufende Verhandlungen mit mehreren potentiellen Großinvestoren berichtet und alle Aktionäre gebeten, sich bei Verkaufsinteresse zu melden. Eine der weltweit führenden Großbanken beabsichtigt nun, nach intensiver due diligence 50 Mio. Euro in GFKL zu investieren, um rund 25 % der GFKL-Anteile zu erwerben. Diese Investition von eigenen Mitteln der Bank soll über den Private Equity Bereich im Wege eines Ankaufs von bestehenden Aktien (max. 22 Mio. Euro) und durch Zeichnung einer Kapitalerhöhung (min. 28 Mio. Euro) erfolgen.
Ich möchte hiermit mein Angebot vom Frühjahr wiederholen, sich nunmehr bis zum 10. Dezember 2004 schriftlich beim Vorstand der GFKL zu melden, wenn und soweit Interesse am Verkauf von Aktien zu einem Preis von 12 Euro besteht.
Die der GFKL im Rahmen einer eventuellen Kapitalerhöhung zufließenden neuen Eigenmittel von rund 30 Mio. Euro wollen wir für den weiteren Ausbau unserer beiden Geschäftsbereiche verwenden und sind zuversichtlich – nach einem Rückgang der Eigenkapitalrendite in 2005 - mittelfristig trotz der Kapitalerhöhung wieder die derzeit ausgesprochen erfreuliche Eigenkapitalrendite liefern zu können.
Der Vorstand erwartet auch für das vierte Quartal 2004 eine positive Entwicklung der geschäftlichen Aktivitäten, so dass insgesamt mit einem gegenüber 2003 sehr deutlich gesteigerten Jahresüberschuss gerechnet werden kann.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Peter Jänsch
GFKL Financial Services AG
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