Aktionärsbrief zum dritten Quartal 2007
Liebe Mitgesellschafter, sehr geehrte Damen und Herren,
sechs Wochen vor Jahresende bekräftigen die Zahlen zum dritten Quartal: Wir befinden uns vor dem Abschluss eines weiteren erfolgreichen Geschäftsjahres der GFKL-Gruppe.
So haben wir den Konzernumsatz in den ersten neun Monaten um 17 Prozent auf rund 860 Millionen Euro gesteigert (Vorjahr: 734,3 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern kletterte um 22 Prozent auf 23,6 Millionen Euro (19,2 Millionen Euro).
Wie Sie der Presse entnommen haben, ist im Juli vom Bundesrat das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 mit Wirkung vom 1. Januar 2008 verabschiedet worden. Damit gehen in Zukunft die "normalen" Steuersätze für GFKL von derzeit rund 40 Prozent um rund 8 Prozent auf dann 32 Prozent zurück. Das ist an sich eine gute Nachricht, bedingt aber im dritten Quartal die ergebniswirksame Neubewertung der aktiven latenten Steuern. Hierdurch ist die Steuerquote einmalig im dritten Quartal mit über 60 Prozent (!) ausgesprochen hoch. So erklärt sich auch das im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangene Nachsteuerergebnis der GFKL-Gruppe von 14,0 Millionen Euro (15,2 Millionen Euro).
Unsere Kerngeschäftsfelder Kredit (Leasing) und Inkasso weisen auf Neunmonatssicht eine erfreuliche Bilanz auf. Das Volumen des Leasingneugeschäfts wuchs um 21 Prozent auf insgesamt 617,5 Millionen Euro (508,5 Millionen Euro). Beim Segmentergebnis vor Steuern gelang – trotz der anhaltenden Investitionen in neue Märkte (England, Spanien) und in neue Produkte (Factoring) – eine leichte Verbesserung um 3 Prozent auf 10,6 Millionen Euro (10,3 Millionen Euro). Das unterstreicht: Der Kreditbereich bleibt unser Hauptumsatzträger und leistet auch weiterhin mit guten Ergebnissen einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der GFKL-Gruppe. Zugleich muss aber klar gesagt werden: GFKL ist schon lange keine klassische Leasinggesellschaft mehr. Über 80 Prozent unseres Personals arbeitet heute in den Bereichen Inkasso, Software und Systeme, und wir erwirtschaften in diesen Servicebereichen bereits mehr als 2/3 unseres Gewinns – mit stark steigender Tendenz.
Das anhaltend positive Investitionsklima in Deutschland bescherte uns im heimischen Markt ein Neugeschäftsplus von 10,0 Prozent, mit Vertragsabschlüssen in Höhe von 375,8 Millionen Euro (341,3 Millionen Euro). In den Benelux-Märkten setzte sich das organische Wachstum mit einem Anstieg um 20 Prozent auf 69,8 Millionen Euro (57,9 Millionen Euro) auf hohem Niveau fort. Hier bewährt sich nach wie vor die kontinuierliche Ausweitung der Produktpalette auf neue Leasingobjekte.
Die Leasingaktivitäten von GFKL in England und Spanien haben wir in den ersten drei Quartalen des Jahres zu unserer Zufriedenheit ausbauen können. Dies gilt zum einen für die im vergangenen Jahr übernommene Tochtergesellschaft in Spanien. Aber auch für den englischen Markt, in dem wir auf die Kombination von organischem und akquiriertem Wachstum setzen. In Spanien nahmen wir bis zum 30. September dieses Jahres Neugeschäft in Höhe von 73,6 Millionen Euro (32,9 Millionen Euro) in die Bücher, in England waren es 98,2 Millionen Euro (76,4 Millionen Euro).
Der Geschäftsbereich Inkasso übertraf im abgelaufenen dritten Quartal zum sechsten Mal in Folge den Umsatz des vorangehenden Quartals. Insgesamt verbuchten wir in diesem Segment einen Neunmonatsumsatz von 79,2 Millionen Euro, nach 36,7 Millionen Euro im Vorjahr. Ebenfalls mehr als verdoppelt hat sich das Ergebnis vor Steuern dieses Bereichs mit einem Wert von 17,4 Millionen Euro (7,7 Millionen Euro).
Träger dieser Entwicklung waren ein signifikant nachhaltiges, organisches Wachstum und die Übernahme von Unternehmen, deren Produkte und Marktzugänge sehr gut in unser bestehendes Portfolio passen. Einen weiteren wesentlichen Schritt haben wir kurz nach Ende des Quartals vollzogen. GFKL hat sich mit einem Anteil von jeweils 48 Prozent an zwei Servicegesellschaften der BAG Bankaktiengesellschaft aus Hamm beteiligt. Die BAG ist das zentrale Kompetenzzentrum für die Bearbeitung notleidender bzw. abgeschriebener Kredite im genossenschaftlichen Sektor. Mit den zukünftig als Gemeinschaftsunternehmen von GFKL und BAG geführten Gesellschaften werden wir unsere Position als Inkassospezialist in diesem Markt erheblich ausbauen können.
Auch im Softwaresegment haben wir eine bedeutende Weichenstellung vorgenommen: Die Zusammenführung unseres Software- und Beratungsangebotes für die Assekuranz in der Tochtergesellschaft GENEVA-ID wird Synergien schaffen. Und uns damit in die Lage versetzen, Kunden aus der Versicherungswirtschaft integrierte Lösungen anzubieten. Das Portfolio besteht aus skalierbaren Anwendungsprodukten, Business Process Outsourcing und individuellen IT-Projekten.
GFKL erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres im Softwaregeschäft einen Umsatz von 20,4 Millionen Euro (16,1 Millionen Euro). Das Vorsteuerergebnis konnte dabei verdreifacht werden von 1,5 Millionen Euro auf 4,6 Millionen Euro. Der zweite Geschäftsbereich, mit dem wir die Kerngeschäftsfelder Leasing und Inkasso technologisch erweitern, ist der Bereich Systeme. Dieser verzeichnete bei einem nahezu gleichbleibenden Umsatz von 106,5 Millionen Euro (105,0 Millionen Euro) einen deutlichen Ergebnisrückgang vor Steuern um 21 Prozent auf 1,8 Millionen Euro (2,2 Millionen Euro). In meinem Bericht zum ersten Halbjahr habe ich bereits auf den Basiseffekt aus dem Vorjahr hingewiesen, der zu diesem Rückgang im Vergleich der beiden Neunmonatswerte führt.
In den vergangenen Jahren hat GFKL im Schlussquartal das Tempo stets noch einmal angezogen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch das Jahr 2007 mit einem hervorragenden vierten Quartal beenden werden.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Peter Jänsch
